| SONDERSEITE - STIFTSKIRCHE WERTHEIM |
Förderverein ist auf den
Weg gebracht
Die
Finanzierung der Sanierung und Renovierung der Stiftskirche geht ins Geld.
Die kirchliche Arbeit an dem Gotteshaus in der Wertheimer Altstadt
ideell und finanziell zu unterstützen, hat sich der Förderverein
Stiftskirche zum Ziel gesetzt.
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Spendenkonten:
Stiftspfarrei Wertheim
Konto 3 011 111 Sparkasse Tauberfranken BLZ: 673 525 65 oder
Konto 808 709 Volksbank Main-Tauber BLZ: 673 900 00.
Förderverein
Stiftskirche e V.
Konto 346 002 200 Dresdner Bank Wertheim BLZ:79080052
© Fränkische Nachrichten -05.05.2012
Keine alltägliche Restaurierung:
Wertheimer Delegation informierte sich über die Arbeiten am Baldachingrab
von Fürst Ludwig und dessen Frau Anna
Von unserem Mitarbeiter Robert Weisensee
Wertheim/Haigerloch.
„Bettlade“ ist einzigartiges Kunstwerk
"Alles Wertheim. Was Sie hier sehen, das ganze Atelier ist voll davon,"
meinte Frank Eger, Diplom-Restaurator für Steinobjekte, beim Besuch einer
Gruppe Wertheimer in seiner Werkstatt in Haigerloch bei Balingen.
Wohlverpackt und genau bezeichnet lagert dort das im Winter in der
Wertheimer Stiftskirche abgebaute Baldachingrab für Graf Ludwig III. von
Löwenstein-Wertheim und seiner Frau Anna von Stolberg (wir berichteten). Ein
Bild von den Restaurierungsarbeiten machten sich am Donnerstag
Verantwortliche der Wertheimer Stiftskirchengemeinde, Mitglieder des
Fördervereins der Stiftskirche, Stadtführer, der Architekt Michael Bannwarth
und interessierte Bürger.
Es sei eine
"prominente Restaurierung", die man nicht alle Tage macht, hob Eger die
Bedeutung der "Bettlade", wie man das Baldachingrab in Wertheim liebevoll
nennt, hervor. "Einzigartig ist das Kunstwerk in Baden-Württemberg und es
hängt schon sehr hoch bei der Denkmalbehörde", versicherte der Restaurator,
der zwischen Heidelberger Schloss und Ulmer Münster sonst seine Aufträge
bekommt. Schon 2007 habe das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg auf die
Notwendigkeit der Renovierung hingewiesen. Fachliche Untersuchungen
bestätigten den Verdacht. Der Korrosionsprozess der Halte- und
Verbindungseisen habe zu fast irreparablen Schäden geführt, meinte Eger. Er
zeigte die Rostproblematik an den sogenannten "Fruchtgehängen" des
Baldachins den Besuchern.
Das Baldachingrab des Grafen Ludwig III. zu Löwenstein und der Gräfin
Anna von Stolberg wurde 1618 errichtet. Die Alabasterarbeit schuf der damals
in Franken berühmte Künstler Michael Kern aus Forchtenberg. Im Freigrab
wurde niemand bestattet. Es nimmt sonst einen dominanten Platz in der Mitte
des Chorraums der Wertheimer Stiftskirche ein.
Zurzeit wird das Kunstwerk, das vom Landesamt für Denkmalpflege
Baden-Württemberg als herausragend und besonders wertvoll eingeschätzt wird,
im Atelier des Diplom-Restaurators Frank Eger in Haigerloch restauriert. Der
Experte schätzt die Kosten auf 192 700
Euro, wobei sich diese Summe noch erhöhen kann.
Die Kosten für die Behebung der Schäden an den übrigen Epitaphien im
Chorraum der Stiftskirche und die Restaurierung der "Bettlade" werden
zusammen auf 230 000
Euro geschätzt. Davon werden an Zuschüssen erwartet: 69 440
Euro vom Land Baden-Württemberg, 75 000
Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, 57 500
Euro vom Bund, 14 000
Euro von der Badischen Landeskirche. 14 060
Euro bleiben der evangelischen Kirchengemeinde als Eigenanteil. Dieser soll
hauptsächlich über Spenden finanziert werden. Die Gesamtkosten der
Renovierung der Grabmale und Epitaphien in der Kirche wird auf 450 000
Euro geschätzt.
Spenden können auf die Konten der Evangelischen Stiftspfarrei Wertheim
eingezahlt werden: Sparkasse Tauberfranken: Konto 30 11 111, Bankleitzahl:
673 525 65, Volksbank Main-Tauber: Konto 80 87 09, Bankleitzahl: 673 900 00.
rw
Ursprünglich seien die Alabasterstücke auf einem dicken Metalldraht
aufgefädelt und teilweise mit Gips verfüllt worden, erklärte er. Dies führte
zur Korrosion des Eisens, da Gips die Feuchtigkeit anziehe mit der Folge,
dass sich Teile ablösten oder verfärbten. Vor allem im Sockel habe der Rost
ganze Arbeit geleistet und zu Verschiebungen des ganzen Denkmals geführt.
Mit Fachleuten ist Frank Eger noch im Gespräch, wie man dem Problem begegnen
solle. Edelstahl oder Titanstahl, das werde noch geprüft, sagte er.
Jedenfalls müssen alle alten Eisenteile erst entfernt und durch das beste
Material, das es gibt, ersetzt werden. Fehlende Gipsteile werde man
entsprechend dem damaligen Material rezeptieren und anbringen. Hier bekommt
Eger sogar wissenschaftliche Unterstützung, da dies Material fachlich
untersucht wird.
Trockenreinigung
Den interessierten Gästen demonstrierte der Restaurator sein
Mikrosandstrahlverfahren zur Reinigung des Alabastersteins: "Es muss
Trockenreinigung sein." Mit zwei Geräten werde in der Werkstatt am Denkmal
gearbeitet. Der Restaurator dazu: "Wir hatten befürchtet, dass wir die
Säulen nicht einheitlich hinbekommen. Doch es geht gut. Man darf dem Denkmal
ruhig die Jahre ansehen. Es muss nicht wie geleckt aussehen." Wenn dieses
Verfahren an sein Grenzen stößt, wird Eger ein Lasergerät einsetzen, das er
dank seiner guten Beziehungen von der Münsterbauhütte in Ulm ausleihen kann.
Denn es sei eine sehr kostspielige Angelegenheit, meinte er. Doch er habe
damit bei der Reinigung von Marmorskulpturen gute Erfahrungen damit gemacht.
Aber in diesem Falle habe er Respekt vor dem sehr heiklen Werkmaterial
Alabaster, bekannte er.
Frank Eger öffnete für die Besucher die wohlverpackten Kisten mit den
Einzelteilen des Kunstwerks, das zwischen 1616 bis 1618 von Michael Kern aus
Forchtenberg geschaffen wurde. Diesen Künstler lobte er über alle Maßen,
denn er sei zu dieser Zeit sehr bedeutend in Franken gewesen. "Die
Wertheimer haben sich damals wirklich etwas Großartiges geleistet," kam Eger
ins Schwärmen.
Kuriose Funde, säuberlich verpackt und beschriftet, sorgten bei den
Besuchern für Heiterkeit. So hatte man beim Abbau des Denkmals Nussschalen,
Münzen, einen Knochen, Holzstöcke, ein Stück Ziegel und eine Zeitung von
1887 gefunden. Unter dem Kopf des Grafen Ludwig lag ein fast intaktes
Hühnerei, unter der Gräfin Anna ein versiegeltes Briefchen. Man vermutet,
dass dies beim Auf- oder Umbau von Handwerkern hineingelegt wurde.
Um künftig Schäden vorzubeugen, will der Restaurator die untere Basis mit
einer Bleibahn gegen aufsteigende Feuchtigkeit schützen. Auch überlegt er,
die Liegefiguren auf eine Edelstahlplatte zu montieren. Dazu ist er im
Gespräch mit anderen Fachleuten und dem zuständigen Amtsrestaurator Otto
Wölbert vom Landesamt für Denkmalpflege, der die Maßnahme begleitet und
überwacht. Soviel als möglich soll in der Werkstatt hergerichtet und dann
wieder schrittweise nach Wertheim transportiert werden.
Auf die Frage von Dekan Hayo Büsing nach dem Zeitplan konnte sich Frank Eger
nicht ganz festlegen: "Es ist schwierig kalkulierbar. Alles sind nur
Schätzungen", gab der Restaurator zu bedenken. Jedoch will er die Basis, die
in der Fachsprache "Tumba" genannt wird, bis Weihnachten aufbauen. Es kann
dann ohnehin nur schrittweise vorwärtsgehen, da die einzelnen Schichten
immer wieder trocknen müssen. Für Frank Eger ist das Wichtigste, dass die
Schäden am Denkmal gestoppt werden und der jetzige Zustand für die Nachwelt
erhalten bleibt.
Für einen "hochspannenden Dialog" dankte Dekan Hayo Büsing dem Restaurator,
der sich wiederum über das rege Interesse der Wertheimer freute.
© Fränkische Nachrichten -12.12.2011
Spende:
Sanierung der Grabdenkmale in der Stiftskirche bedacht
WERTHEIM. Prassek-Stiftung gibt 5000 Euro
dazu
"Wir haben Grund zur Vorfreude und zur Dankbarkeit." Mit diesen Worten
leitete Dekan Hayo Büsing am Ende der Adventandacht am Freitag in der
Stiftskirche zu einem besonderen Moment über. Er wies auf die laufende
Sanierung der Grabdenkmale in dem zentralen Gotteshaus hin, die einen hohen,
auch finanziellen, Aufwand erforderten. Deshalb sei man über jede
Unterstützung, sei es von öffentlicher oder privater Seite, außerordentlich
froh.
Hort der
Ökumene
Diese Unterstützung kam, einmal mehr, von der Alfred-Prassek-Stiftung. Mit
5000 Euro beteiligt diese sich an dem Werk. Die Stiftskirche, so der
Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Helmut Arnold, "ist, neben der Burg, das
bedeutendste Gebäude in Wertheim". Mitten in der Stadt gelegen sei sie ein
Ort, an dem sich immer wieder die Menschen versammelten. Sie sei von
herausragender spiritueller Bedeutung und "ein Hort der Ökumene". Aber auch
die geschichtliche und kulturelle Stellung der Kirche unterstrich Arnold. So
zeigten gerade die Grabdenkmale "die lebendige Geschichte der Residenzstadt
Wertheim". Und in kultureller Hinsicht müsse man nur an die Aufführung des
"Messias" vor wenigen Tagen erinnern.
Verantwortung übernehmen
Alle Bürger Wertheims fühlen sich verantwortlich für die Stiftskirche, die
aber auch allen, ob Einheimischen oder Besuchern, offen steht," unterstrich
er. Aus all diesen Gründen habe das Kuratorium der Stiftung beschlossen,
dass man sich an den nicht geringen Kosten der Sanierung der Grabdenkmale
beteilige.
Nur der erste Schritt
Die laufenden Arbeiten seien "leider nur der erste Schritt", dem weitere
folgen müssten, informierte Dekan Büsing, zeigte sich aber zuversichtlich,
dass man auch diese bewältigen könne. Er nutzte die Gelegenheit, auch dem
Förderverein der Stiftskirche und dessen Mitgliedern für ihr Engagement beim
Adventsmarkt zu danken, den neuen Informationsprospekt vorzustellen und für
die Mitgliedschaft zu werben. ek
© Fränkische Nachrichten -13.10.2011
Restaurierung soll nun beginnen:
Rost an Verbindungsteilen hat
das Alabaster-Grabmal in der Stiftskirche stark beschädigt
Von unserem
Redaktionsmitglied
Susanne Marinelli
WERTHEIM.
Bettlade" ist wichtiges Kulturdenkmal
Auf den ersten
Blick und
aus der Ferne sieht es
wunderschön aus, das altehrwürdige
Baldachingrab von Graf Ludwig III. von Löwenstein-Wertheim und seiner
Gemahlin Anna von
Stolberg. Mittig im Chor der Wertheimer Stiftskirche
platziert, zieht
es ebenso wie die es umgebenden Grabmale und
Epitaphien ehemaliger Grafen und Fürsten
die Blicke auf sich.
Doch an diesen
wichtigen Zeugnissen „Stein
gewordener
Geschichte“, wie sie Dekan
Hlayo Büsing ehrfürchtig nennt, hat der berühmte - und berüchtigte
Zahn der Zeit in den vergangenen
Jahrhunderten kräftig genagt. So
sehr sogar, dass die Denkmale
mittlerwelle in ihrem
Bestand gefährdet sind. Bislang
scheiterte die Sanierung an den hohen Kosten. Nachdem der Kirchengemeinde
nun aber von verschiedener Seite Zuschüsse für
die Maßnahme zugesagt worden sind, kann
jetzt mit
der Restaurierung des Baldachingrabs, im Volksmund
liebevoll „Bettlade" genannt, begonnen werden.
Schon
als man
sich ab 2007
mit einem
Konzept zur Sanierung der Stiftskirche beschäftigt
habe, sei die
Notwendigkeit einer Renovierung der Grabmale
klar gewesen. Auch vom Landesdenkmalamt
Baden- Württemberg wurde schon damals auf den Bedarf hingewiesen. Angesichts
fehlender
Geldmittel habe man sich jedoch zunächst
auf die „statische
Ertüchtigung" des
Gotteshauses samt Dachstuhlsanierung
sowie auf die nun „endlich abgeschlossene" Instandsetzung des Kirchturms
konzentriert, erklärte der Dekan im
Gespräch mit
den FN.
Auch wenn die
Stiftskirchengemeinde
noch immer die Schulden dafür zurückzahlen müsse und die Gemeindekasse alles
andere als üppig
gefüllt sei,
„sind wir steinreich", wie der Dekan mit
Blick auf
die Denkmale humorvoll feststellte.
Denn obwohl die hohen Herren und
Damen einst in
einer Art Staatsbegräbnis beigesetzt wurden, ist die Stiftspfarrei
juristisch Eigentümerin der fest mit der
Kirche verbauten
Grabmale.
Erbe
erhalten
Die
Kosten
für deren
Sanierung dieser „Kulturdenkmale
im
Kulturdenkmal Stiftskirche"
sind vom Landesdenkmalamt vorerst auf rund
400000 Euro
geschätzt worden. Dazu Büsing: »Ich lege die Hand
nicht dafür ins
Feuer, dass
das reicht."
Für ihn
sei es keine Frage,
sich der
Verpflichtung, das
Erbe der Väter zu
erhalten, zu stellen. Gleichzeitig
betonte er angesichts der ab 2012
vorgesehenen und nochmals
mit rund 380 000
bis 400 000
Euro zu Buche schlagenden Außenrenovierung der
Kirche aber auch: „Die
Gemeinde ist
auf alle
mögliche und nötige Unterstützung von allen Selten angewiesen, damit
sie die
Anforderungen erfüllen kann."
Entsprechend freut sich Hayo Büsing über bereits erfolgte - und über künftige - Spenden sowie vor allem über die Zusage des Landesdenkmalamts, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Bundes (Sanierungsprogramm Denkmalschutz II), den mit 230000 Euro veranschlagten ersten Bauabschnitt mit Zuschüssen von insgesamt 88 Prozent zu fördern (wir berichteten). Das Geld ist für die Renovierung der „Bettlade" und die Schadensbegutachtung der an der Südseite des Chors angebrachten Grabmale bestimmt. An Letzteren bereiten vor allem die angebrachten Schiefertafeln Probleme. Denn diese drohen abzublättern, wodurch die darauf befindlichen Inschriften verloren gehen würden.
Einige Teile sind bereits
auch vom
Alabastergrab abgeplatzt. So hält beispielsweise der Graf sein Schwert nicht
mehr in
Händen, einem Engelchen fehlt ein Flügel und an den Girlanden
gibt es so manche
Lücke. Beim
näheren Betrachten der Figuren, aber auch
der glatten
oder mit in den Stein gemeißelten Muster verzierten Flächen fallen einem
immer wieder tief
klaffende Risse
ins Auge. An einigen Stellen hat man den
Eindruck, der
Stein würde jeden Moment weggesprengt.
Metallstifte sind das Problem
Auslöser der Schaden sind die
Metallstifte,
mit denen
die einzelnen Teile
des Grabs und seiner Figuren miteinander
verbunden sind. Das haben sehr aufwändige Gutachten ergeben, bei denen
neben dem
Zustand des Alabasters auch das enthaltene Metall untersucht wurde, wie
der Dekan
erklärte. Der
gipshaltige Alabaster sauge die
in der Raumluft
enthaltene Feuchtigkeit auf, erklärte Büsing und
stellte fest:
»Wasser und Gips, das
tut nicht gut."
Das Metall
dehne sich beim Rosten
aus und entwickle
so eine
enorme
„Sprengkraft, die wiederum die einst zusammengefügten Alabaster-Teile immer
weiter auseinander drücke.
Wie stark diese Kräfte sind,
zeigt sich auch am
Fuß des Grabmals. Dieses steht auf einer korrodierenden Eisenplatte. Die hat
den tonnenschweren Koloss mittlerweile an manchen Stellen so stark nach oben
gedrückt, dass sich
die ganze Lade verzogen hat. Der
Dekan: »Die Natur
können sie eben nicht außer
Kraft setzen.*
Um noch
schlimmere Schäden zu verhindern, wird die »Bettlade" nun von
Restaurator Frank
Eger aus Balingen-Ostdorf
Teil für Teil auseinandergebaut. So
kann man nicht nur alles reinigen und
schadhafte Stellen
reparieren.
In akribischer Feinarbeit will man die
Metallstifte
entfernen und durch rostfreie
Verbindungen ersetzen.
Die Zerlegung
ermöglicht es
außerdem, sich erstmals den Bereich
unter der Platte
mit den Fürstenfiguren naher anzusehen.
Da in dem Grabmal niemals jemand bestattet worden ist, geht der Dekan davon
aus, dass die Fläche einst einfach ausgemauert wurde. Ob es so
ist, wird
sich jetzt zeigen.
Hayo Büsing findet das Ganze sehr spannend und besten Beweis für „lebendige
Geschichte".
Das Baldachingrab des Grafen Ludwig und seiner Frau Anna
■
Das Baldachingrab für Graf Ludwig III. von Löwenstein- Wertheim und seine
Frau Anna von Stolberg wurde von
1616 bis 1618
errichtet.
■ Geschaffen hat die Alabasterarbeit Michael Kern aus Forchtenberg. Er hat das Grafenpaar liegend unter einem aufwändig gearbeiteten Baldachinhimmel gestellt. Umgeben wird es von mit Ornamenten geschmückten Säulen. An den Köpfen der Verstorbenen wacht ein Löwe.
■ Das Freigrab, in dem jedoch niemand bestattet wurde, steht inmitten des Chors der Wertheimer Stiftskirche. Dieser herausragende Platz sei einerseits ein Zeichen der Selbstdarstellung der Grafen. Andererseits handele es sich aber auch um einen Beleg für deren Frömmigkeit wie Dekan Hayo Büsing erklärte. su
© Fränkische Nachrichten -29.09.2011
Bücher von unschätzbarem Wert restauriert
WERTHEIM.
Interessanter Vortrag: Leiter des Landeskirchlichen Archivs referierte über
"Die Stiftsbibliothek zu Wertheim - Restaurierung seit 1990"
Seltene Einblicke in die faszinierende Arbeit der Restaurierung von
historischen Büchern gab am Dienstagabend Walter Schuppiser, der Leiter des
Landeskirchlichen Archivs in Karlsruhe, im Stiftshof. Gut besucht war sein
Vortrag über "Die Stiftsbibliothek zu Wertheim - Restaurierung seit 1990."
Vor 21 Jahren habe er seine Arbeit dort aufgenommen und inzwischen rund
500 Bücher der historischen Kirchenbibliothek der Stiftskirche fachgerecht
in seiner Werkstatt in Karlsruhe restauriert, erklärte der Referent. Weiter
betonte er: "Wertheim ist für uns eine wichtige Sache. Solche Zeitdokumente
haben wir nicht in unserem Landesarchiv Baden."
Priorität
Es gebe in
Baden Württemberg drei historische Bibliotheken, die vom Landesdenkmalamt
gefördert werden. Wertheim jedoch habe die vollständigste Bibliothek im
Land, begründete Walter Schuppiser die Wertigkeit und Stellung der
Stiftskirchenbibliothek, obwohl eine Reihe von Büchern fehlen. 21 Jahre lang
habe er in Kleinstarbeit an der Restaurierung der wertvollen Bücher
gearbeitet und andere Bewerber haben warten müssen. "Die ganze Landeskirche
hat argwöhnisch auf Wertheim geschaut, da diese Einrichtung stets Priorität
hatte."
Walter Schuppiser nahm sein interessiertes Publikum mit auf eine
Zeitreise und zeigte Bilder der vom Holzwurm zerfressenen Regale und
Buchdeckel. Der Zustand der wertvollen Bücher war 1990 oft miserabel. Große
Fäulnisschäden und von Mäusen abgenagte Seiten veranschaulichten die
Dringlichkeit einer gründlichen fachgerechten Restaurierung zur Erhaltung
eines wertvollen Kulturguts des Landes.
Komplizierte Verfahren
An einzelnen Beispielen ging der Experte auf die heutigen, komplizierten
Verfahren zur Erhaltung der historischen Bücher ein. Demnach ersetzt man
beispielsweise inzwischen alte Holzdübel am Buchdeckel durch
Glasfaserstäbchen, Leder wird eigens eingefärbt und fehlendes Papier mit
flüssigem Papier ergänzt. Ein alter Einband bleibt und wird nicht abgelöst.
Holzwurmlöcher am Buchdeckel behandelt man mit biologischer Flüssigkeit
einzeln, was oft 14 Tage in Anspruch nehmen kann. Somit wird der
Originaldeckel erhalten. "Die Technik hat sich in den letzten 20
Jahren gewandelt," stellte der Restaurator fest, der im ständigen Austausch
mit Kollegen sich fachlich berät und Fortbildungen besucht. "Das Original
muss heute erhalten werden." Früher habe man einfach die Dinge mit Neuem
ersetzt, begründete der Referent die genauen Vorschriften des Denkmalamts,
die sehr wissenschaftlich und anspruchsvoll geworden seien. Es sei aufwändig
und zeitraubend geworden und manchmal habe er zwei bis drei Monate an einem
Buch gearbeitet.
Kaum noch sichtbar
"Alles was man heute restauriert, sieht man im Gegensatz zu früher nicht
mehr. Es wird eingearbeitet, dass es kaum sichtbar ist", betonte der Redner.
Auch verlange das Landesdenkmalamt die genaue Protokollierung und das
Fotografieren der Bücher. Das älteste Buch stammt aus dem Jahr 1380.
Eine einzigartige Sammlung von Handschriften aus dem 14. und 15. Jahrhundert
und über 100 Bände mit frühen Drucken (Incunabeln - Buchdrucke vor
Gutenberg) von unschätzbarem Wert gebe es in der Bibliothek.
Weitere 600 Bände mit Drucken des 16. bis 18. Jahrhunderts verschiedenster
Wissensgebiete berge die historische Bibliothek. Wertvollstes Buch im
Bestand ist nach Walter Schuppiser "Thomas von Aquin" - eine Handschrift aus
der Zeit um 1400. Die berühmte "Wertheimer Bibel" sei wohl sehr gut behütet
gewesen. "Da musste man wenig machen," stellte der Referent fest.
Diether Edel vom Förderverein Stiftskirche und Dekan Hayo Büsing dankten dem
Referenten für "sein Lebenswerk" und für die große Leistung, die mühevolle
Kleinarbeit und das Engagement für Wertheim. "Wir wissen jetzt, was uns
anvertraut ist, und wir stellen uns der Verantwortung für unsere
Geschichte," schloss Dekan Büsing. rw
© Fränkische Nachrichten - 21.09.2011
Einblick in die Kirchenbibliothek
© Fränkische Nachrichten - 23.08.2010
FN-Sommer:
Die beeindruckende Wertheimer Stiftskirche gibt Zeugnis für eine
wechselvolle Bau- und Glaubensgeschichte
Geistiger und geistlicher Mittelpunkt
Von unserem Redaktionsmitglied
Bernhard Müller
WERTHEIM.
Die evangelische Stiftskirche ist der
geistige und geistliche Mittelpunkt der Stadt von Wertheim. Seit über sieben
Jahrhunderten werden hier auf vielfältige Weise Gottesdienste gefeiert zur
Ehre Gottes und zum Segen der Menschen. Eine reiche Bau- und
Glaubensgeschichte hat ihre ablesbaren Spuren hinterlassen. Deshalb sollten
sich die Besucher einen Platz in der Mitte des Gotteshauses aussuchen, um in
aller Ruhe den Kirchenraum auf sich wirken zu lassen. So rät es der
Willkommensprospekt, der im Inneren am Eingangsbereich ausliegt, und diesem
Ratschlag sollte man in der Tat Folge leisten.
Wertheimer Madonna
Im Zuge der Gründung der Stadt Wertheim wurde im 13. Jahrhundert an
dieser Stelle eine spätromanische Marienkirche erbaut, deren Reste deutlich
an den beiden dickeren vorderen Pfeilern zu erkennen
sind. Von der Ausstattung ist noch die sogenannte Wertheimer Madonna in der
Fassade über der oberen nördlichen Eingangstür erhalten.
1383 begann unter Graf Johann I. der ambitionierte Ausbau und die
Erweiterung des Vorgängerbaus zur dreischiffigen flach gedeckten
Pfeilerbasilika. Mit dem Bau wollten die Grafen auch ihre wirtschaftliche
und politische Stärke insbesondere gegenüber den Bistümern Würzburg und
Mainz demonstrieren. So ist auch der Grundriss der Stiftskirche dem
Würzburger Dom nachempfunden. "Deshalb ist die Kirche gleichsam auch ein
politischer Bau", informiert Dekan Hayo Büsing.
1388 folgte der Anbau des Hochchores, der im weiteren Verlauf als Grablege
der Wertheimer Grafenfamilien diente und mit bedeutenden Grabdenkmalen
ausgestattet wurde. Diese noch erhaltenen wertvollen Epitaphien sind leider
alle schadhaft und porös und müssen renoviert werden, wie Büsing erläutert.
Der Chorraum war früher durch einen Lettner vom Kirchenschiff
abgetrennt, woran heute noch im Chorbogen das mächtige Triumphkreuz
erinnert. Bei der Innenrenovierung in den Jahren 2006/07 wurde die florale
Rankenmalerei vom Ende des 19. Jahrhunderts passend zu den Farben der
teppichartigen Ornamentfenster rekonstruiert.
50 Meter hoher Kirchturm
Besonders bemerkenswert ist der getrennt vom Kirchenschiff stehende, knapp
50 Meter hohe Turm (Grundsteinlegung 1419) mit einem schönen Geläut und
seiner sehenswerten Turmuhr. Auch er sollte Ausdruck der Macht der
Wertheimer Grafen sein, informiert der Prospekt.
1481 erhob Papst Sixtus IV. die Pfarr- zur Stiftskirche. Auf die
Stiftsherren geht die bis heute am historischen Ort als Anbau erhaltene
Kirchenbibliothek (gegründet 1448) zurück. Diese literarische Schatztruhe
birgt rund 900 wertvolle historische Bände und sogenannte Kettenbücher aus
allen Wissensgebieten.
In der Bibliothek wird auch eine von drei verbliebenen Wertheimer Bibeln
aufbewahrt, die Johann Georg Nehr 1735 übersetzt hat, aber auf heftigen
Widerspruch in der Theologie stieß.
Einen Hinweis auf die nicht ungetrübte frühe jüdische Geschichte in Wertheim
stellt ein Pergament mit hebräischen Bibeltexten dar. Es wurde als Einband
für ein Buch über Kopfschmerzen aus dem Jahr 1573 verwendet, wie Dekan
Büsing betont. Ein Großteil der Bücher in der Bibliothek, die aus
konservatorischen Gründen nur in Ausnahmefällen zu besichtigen ist, wurde in
den vergangenen 20 Jahren restauriert. Der Rest soll in den nächsten zehn
Jahren folgen.
Die Grafen Michael II. und sein mitregierender Sohn Georg II. hatten sich
relativ früh der Reformation angeschlossen und führten diese schrittweise ab
1522 in Wertheim ein, wie es in dem Prospekt weiter heißt. Vermutlich
1524/25 wurden deshalb die Seitenaltäre und Heiligenbilder entfernt und die
Wandmalereien im Kirchenschiff übertüncht.
Durch den Einbau der spätbarocken Emporen wurden die verborgenen Wandbilder
teilweise zerstört, aber zum Teil bei den jüngsten Restaurierungsarbeiten
vor allem im nördlichen Seitenschiff wieder freigelegt. Hierbei kam die
mutmaßlich älteste erhaltene Stadtansicht von Wertheim wieder zum Vorschein.
Mit dem
Übertritt eines Erbgrafen im Jahr 1621 zur römisch-katholischen Konfession
diente die Stiftskirche bis zum Bau der katholischen Pfarrkirche St.
Venantius als Simultaneum. So feierten die katholischen Gläubigen bis 1842
im Chorraum und evangelischen Christen im Langhaus ihre Gottesdienste. Mit
der Mediatisierung 1806 wurde Wertheim badisch, seitdem gehört die
Stiftskirche zur Evangelischen Landeskirche in Baden.
Neben der Wertheimer Madonna hat ein wertvolles mittelalterliches
Glasfenster mit der Darstellung eines Jakobspilgers (um 1430) den
Bildersturm überlebt. Es hat seinen neuen Platz nun im Westfenster der als
Andachtsraum gestalteten Heilig-Geist-Kapelle gefunden. Für Dekan Hayo
Büsing stellt dieses Fenster ein weiteres "Bindeglied gelebter Ökumene in
Wertheim" dar. Denn zur Wiedereinweihung der Stiftskirche nach erfolgter
Innerenovierung habe dankenswerterweise die Pfarrgemeinde St. Venantius und
die Erzdiözese Freiburg die Kosten für die aufwendige Restaurierung des
Jakobus-Fensters übernommen.
FN Fotostrecke: FN Sommer: Die evangelische
Stiftskirche in Wertheim
i
WISSENSWERTES
Die
Stiftskirche befindet sich
zentral gelegen
in der Wertheimer Innenstadt in
unmittelbarer Nähe
zum Marktplatz.
Geöffnet
ist das Gotteshaus
an allen Tagen
von 8 bis 18 Uhr.
Kirchenführungen
sind auf
Nachfrage
unter Telefon 0 93 42 / 13 67
möglich.
Weitere Informationen
sind dem
Kirchenführer und dem Sonderdruck zur frühen Wertheimer Kirchengeschichte zu
entnehmen. Zur Erhaltung der Stiftskirche sind die Kirchengemeinde, die rund
1200 Mitglieder hat, sowie der
Förderverein der Stiftskirche
auf breite
Unterstützung
angewiesen. Nach der aufwendigen statischen Sicherung des
Kirchenschiffs und der gelungenen Innenrenovierung für 1,5 Millionen Euro
und der Sanierung des Kirchturms für 350 000 Euro steht die Restaurierung
der Grabdenkmale an, dem dann noch die Außenrenovierung des Kirchenschiffes
folgen soll. Hierzu wurde ein Spendenkonto (30 111 11) bei der
Sparkasse Tauberfranken (BLZ 673 525 65) eingerichtet.
© Fränkische Nachrichten - 31.12.2009
Die
Glocken der Stiftskirche:
Aus knapp 40 Metern Höhe sind weder Gebimmel noch Gescheppere, sondern volle
warme Glockenklänge zu hören
Von unserem
Redaktionsmitglied Heike v. Brandenstein
© Fränkische Nachrichten - 02.12.2009
Sanierungsfest:
Mit einem fröhlichen Gottesdienst rund um das Thema Zeit feierte die
evangelische Kirchengemeinde den Abschluss der Turmrenovierung
WERTHEIM.
Großes Geläut zum Abschluss der Sanierung
"Die ganze Welt braucht Zeit. Zeit ist überall. Gott hat die meiste
Zeit. Die Zeit gibt es immer, die wird nie leer" oder "Die Zeit, die kann
man nicht sehen. Die Uhr, die zeigt uns, wie spät es ist, weil da ja Nummern
drauf sind. Die Stiftskirche hat eine große Uhr, die ist am Turm
festgemacht. Die zeigt allen Leuten die Zeit."
Diese und
andere Aussprüche der Kindergartenkinder zum Thema "Zeit" brachten am
Sonntag die zahlreichen Gottesdienstbesucher in der Stiftskirche zum
Schmunzeln. Auch beim Anspiel "Wo die Zeit wohnt" reagierten die Kinder
spontan und pfiffig, so dass allgemeine Erheiterung aufkam. Zum Inhalt:
Keiner hatte Zeit für den kleinen Anton. Überall erhielt er die gleiche
Antwort: "Keine Zeit". Anton entschloss sich, die Zeit zu suchen, entdeckte
den Kirchturm mit der großen Uhr und unterhielt sich mit dem Uhrmacher, der
sich um die Turmuhr kümmerte. Er solle die Zeit anhalten, bat ihn Anton,
"damit auch Erwachsene genügend Zeit für die Kinder haben. Dann können sie
mit ihnen spielen, lachen und Geschichten erzählen." Das könne er nicht,
sagte der Mann, doch die Menschen müssten lernen, sorgsam mit der Zeit
umzugehen, dann kann jeder viel erreichen.
Für die musikalische Untermalung sorgte Kantor Manfred Lutz am Keyboard und
die Kinder mit ihren Orff'schen
Instrumenten.
Vom modernen Gleichnis, "der wunderbaren Zeitvermehrung," sprach Dekan Hayo
Büsing und stellte fest: "Für andere da sein, ist erfüllte Zeit". Die Lieder
waren gut auf das Thema abgestimmt und wurden von den Bläsern und der Orgel
begleitet. Der Elternbeirat dankte dem Kindergartenteam, dass das Wohl des
Kindes immer im Vordergrund stehe.
Nach dieser Einstimmung traf man sich auf dem Kirchplatz, um den Abschluss
der gelungenen Sanierung des Kirchturms zu feiern. Dekan Hayo Büsing sprach
von der Notwendigkeit der Sanierung, da Teile der Fassade vom Turm nicht
mehr stabil waren. Bei Gesamtkosten von rund 350 000 Euro müsse ein
Eigenanteil in Höhe von 40 Prozent, also 140 000 Euro aufgebracht werden.
Büsing dankte dem Kirchenbaumeister Edwin Bannwarth und seinem Team, den
beteiligten Firmen und Handwerkern für ihre gute Arbeit. Auch die Nachbarn
lobte er für das Verständnis und die Geduld während der Renovierungszeit.
Die Stadt Wertheim habe im Rahmen der Maßnahme die kommunale Turmuhr
restauriert und "der Turmsanierung gewissermaßen eine strahlende Krone
aufgesetzt."
Edwin Bannwarth zeigte die Baugeschichte auf und stellte fest: "Die
umfangreichen Arbeiten haben wir im vorgesehenen Zeitplan erfüllt". Einen
großen Tag der Freude nannte OB Stefan Mikulicz diesen ersten Adventsonntag
für die Wertheimer. Die Renovierung des Bauwerkes sei abgeschlossen und der
Gottesdienst der Kinder, sei für ihn heute Morgen "eine erfüllte Zeit"
gewesen. Die Kinder wären bei der "wunderbaren Führung gut aufgehoben und
würden in der Einrichtung gut auf die Gesellschaft vorbereitet." Die
Stiftskirche sei ein Ort der Glaubensvermittlung und auch
ein öffentlicher Raum, ein Treffpunkt aller Generationen und der Mittelpunkt
in der Stadt mit dem markanten und jetzt renovierten Kirchturm mit
strahlendem Zifferblatt.
Im Namen von Trudel Dosch überreichte Robert Weisensee einen Scheck in Höhe
von 1000 Euro, die Hälfte des Preisgeldes für ihren "Werte-Award 2009" (wir
berichteten), als Spende für die Renovierungsarbeiten. Die Bläser gaben das
Startsignal für den Luftballonwettbewerb, auf den die Kinder schon lange
gewartet hatten und unter dem Geläut aller Glocken stiegen die Ballons in
den Himmel. Ein von der Bäckerei Frischmuth gestifteter und kunstvoll mit
Marzipan verzierter Stiftskirchenturm, den die Bäcker aus Rührteig gebacken
hatten, fand dann in kleine Bausteine geschnitten, beim Umtrunk reißenden
Absatz beim Publikum. rw
© Fränkische Nachrichten - 04.11.2009
Turmuhr der Stiftskirche wieder ganz zu sehen
WERTHEIM. Seit kurzem ist das Ziffernblatt - inklusive der Zeiger - der Turmuhr an der Wertheimer Stiftskirche wieder in ganzer Pracht zu sehen. Da das Gerüst, das den Kirchturm über Monate "umhüllt" hatte, durch den Abbau in den vergangenen Tagen Meter um Meter nach unten schrumpfte, "strahlt" das 465 Jahre alte und in diesem Jahr von Michael Bronold (Gerlachsheim) mit seinem Team in wochenlanger Kleinarbeit komplett restaurierte Ziffernblatt nun wieder wie neu. Es zeigt den Bewohnerinnen und Bewohnern Wertheims und ihren Gästen nun, wie zuvor gewohnt, die Zeit an. uwb / Bild: Uwe Bauer
© Fränkische Nachrichten - 14.10.2009
Das große
Ziffernblatt strahlt wieder
WERTHEIM.
Am
gestrigen Morgen:
Nach erfolgreicher Restaurierung kehrte der Zeitanzeiger an seinen gewohnten
Platz am Turm der Stiftskirche zurück
Das historische Zifferblatt der Turmuhr an der Wertheimer Stiftskirche
erstrahlt nun in neuem Goldglanz. Am gestrigen Morgen fand der Transport des
restaurierten Zeitanzeigers von den Werkstatthallen des Städtischen Bauhofs
auf dem Reinhardshof zur Stiftskirche und anschließend die Montage am Kirchturm
statt.
Schon zeitig waren sie zur Stelle. Thomas Schneider und Klaus Schonhardt von
der Montagefirma "Schneider Turmuhr und Glockentechnik" aus Schonach im
Schwarzwald. Sie hatten bereits vor sechs Monaten den fachgerechten Abbau
des Zifferblatts am Kirchturm vorgenommen. Rund 200 Kilogramm schätzen die
Fachleute das Gewicht des Zifferblatts. Da war die tatkräftige Hilfe von
Bernhard Weimer und Peter Diehm vom Städtischen Bauhof sowie von Udo Diehm
und Michael Schlör von der Firma Metallbau Schwend erforderlich, um das
Schmuckstück auf den Transporter der Firma Schwend zu heben. Klaus Haas vom
Eigenbetrieb Gebäudemanagement der Stadt Wertheim legte ebenfalls mit Hand
an. Denn die Turmuhr der Stiftskirche ist im Besitz der politischen
Gemeinde. Er freute sich über die gelungene Restaurierung des historischen
Zeitanzeigers. Einige interessierte Passantinnen und Passanten blieben
gestern Morgen stehen, um sich einmal aus der Nähe das große Zifferblatt der
Turmuhr anzuschauen. Sie staunten über die Handwerkskunst, den Goldglanz und
die Größe von 3,30 Meter Durchmesser.
In die
Höhe geschwebt
"Wer ist schwindelfrei und fährt mit dem Aufzug hoch?", fragten die Monteure
die Helfer, die sich nicht lange bitten ließen. Um das Zifferblatt wieder zu
verorten, waren zuvor an der vorgesehenen Stelle Gerüstteile entfernt
worden. Mittels eines Elektroseilzugs schwebte das glänzende Zifferblatt
dann am Kirchturm entlang langsam nach oben an seinen angestammten Platz, wo
es wieder befestigt wurde.
Restaurator Michael Bronold (Gerlachsheim) vervollständigte im Laufe des
Tages mit den Uhrzeigern und den Wappen das Zifferblatt, so dass es den
Wertheimern nun im neuen Glanz die Zeit anzeigen kann. Im Zuge der
Kirchturmsanierung nutzte die Stadt Anfang Mai die Gelegenheit, das
Zifferblatt abzumontieren und eine grundlegende Sanierung zu beginnen. Bei
der näheren Überprüfung in der Firma Metallbau Schwend in Bestenheid wurden
dann erhebliche Rostschäden festgestellt. Das Landesdenkmalamt war gegen ein
Auseinanderbauen des Zifferblattes und lehnte das Zusammenfügen mit neuen
Nieten aus Gründen des Denkmalschutzes ab.
Handwerkskunst
Nach zahlreichen Beratungen kam das 465 Jahre alte Zifferblatt in die
Werkstatthallen des Städtischen Bauhofs auf dem Reinhardshof. Dort war
Restaurator Michael Bronold mit seinem Team in wochenlanger Kleinarbeit
tätig. Mit alter Handwerkskunst wurde für ein "strahlendes Ergebnis"
gesorgt. Das nach Osten zeigende, aufgemalte und noch mit einer Folie
geschützte Zifferblatt wurde ebenfalls restauriert. Aus bautechnischen
Gründen kann der Uhrzeiger erst angebracht werden, wenn das Gerüst vom
Kirchturm entfernt wird. rw
© Fränkische Nachrichten - 17.09.2009
In der
Stiftskirche:
Besucherinnen und Besucher haben im Gästebuch des Gotteshauses die Möglichkeit,
schriftliche Spuren zu hinterlassen
WERTHEIM."Hallo
Gott, ich war auch hier, dein Tom"
"This is a very beautiful church" schrieben Gäste aus Australien ins
Gästebuch der Wertheimer Stiftskirche. Seit einigen Jahren haben die
zahlreichen Besucher des Gotteshauses im Herzen der Wertheimer Altstadt die
Möglichkeit, ihre schriftlichen Spuren in einem Buch zu hinterlassen.
Inzwischen sind fünf Gästebücher mit persönlichen Erfahrungen, mit Wünschen
und Anliegen, mit Dank und Komplimenten an die Stadt, an Landschaft und den
Kirchenraum gefüllt.
"Schön, dass eine evangelische Kirche geöffnet ist. Gottes Haus sollte man
nicht versperren." So drückten Besucher ihre Freude über die Öffnungszeiten
der Stiftskirche aus und sind mit dieser Meinung nicht allein. Viele
Menschen sind erst einmal vom Kirchenraum fasziniert. "Diese Kirche gefällt
mir. Beschütze meinen Hamster Bill und meine Eltern," schrieb die
achtjährige Vivienn. Ein anderer Besucher schwärmte: "Beeindruckend schön.
Ein Gotteshaus zum Wohlfühlen." Von "einem Schmuckstück" und "einer
wunderschönen hellen Kirche mit gelungener Farbwahl" berichteten Urlauber
aus dem Saarland. Der zehnjährige Victor dankt, dass diese Kirche renoviert
und nicht abgerissen wurde. Besucher aus Schleswig-Holstein schrieben ins
Gästebuch: "Ein wahrhaft gottgerechtes Haus. Möge es weitere Jahrhunderte
überdauern." Und: "Dieses Gotteshaus strahlt Lust aufs Leben aus", fand eine
begeisterte Urlauberin aus Österreich.
Zahlreiche Einträge ins Gästebuch drücken die Freude und den Dank für den
Urlaub aus. "An einem sonnigen warmen Tag besuchen wir diese schöne Stadt
und die Kirche. Wir waren sehr glücklich", schrieben Gäste aus Graz. Weitere
Besucher aus der Schweiz meinten: "Durch einen Zufall haben wir dieses
schöne Städtchen und diese schöne Kirche entdeckt." Und Jürgen aus Berlin
"genoss dieses wunderschöne Wertheim und die Stiftskirche - ein schönes
Fleckchen Erde". Andere danken für die gemeinsame Reise und die glücklichen
Urlaubstage in Wertheim und der Region. "Danke für die schöne Zeit in
Bettingen und in Wertheim". Die "Moosner Radlfahrer" schrieben ins
Gästebuch: "Wir sind dankbar und glücklich, dass wir gesund und unfallfrei
hier in Wertheim angekommen sind."
Der persönliche Dank für manche Lebenssituation nimmt in den Gästebüchern
einen breiten Raum ein. Man dankt für das gemeinsame Leben, für die Familie,
für die Gesundheit, den Erfolg und für Gottes Schutz und Bewahrung. Die
kleine Eileen schrieb dazu: "Lieber Gott, danke, dass du auf unsere Familie
und auf mich so gut aufpasst und bitte mach' es auch in nächster Zeit, nein,
für immer genau so weiter". Überhaupt fragen Kinder sehr direkt: "Lieber
Gott, wie geht es dir? Mir geht es gut! Antworte mir bitte, deine Nicola"
Oder "Hallo Gott, ich war auch hier, dein Tom".
In den
Gästebüchern finden sich auch biblische Gebete wie Psalmen, Lobverse an den
Schöpfer und Bibelworte. Es gibt in den Gästebüchern sogar Verliebte, die
nicht verheimlichen: "Jenny, ich liebe dich".
Manche Besucher kommen gerade an für sie besonderen Tagen nach Wertheim. "Am
heutigen Hochzeitstag (vor 50 Jahren) haben wir das Gotteshaus besucht und
sind sehr beeindruckt," schrieben Gäste aus Schwanau. Oder: "Schön, hierher
zurück zu kommen. Vor 35 Jahren haben wir hier geheiratet." Und ein
Offenbacher Ehepaar hinterließ im Gästebuch: "Am 34. Hochzeitstag haben wird
diese schöne Kirche besichtigt. Gott mit uns".
Manche Besucher erinnern sich an die Taufe, an ihre Konfirmation und Trauung
in der Stiftskirche. "Ich denke an meine Konfirmation vor 75 Jahren,"
schrieb eine Besucherin aus Leipzig.
Dem Gästebuch werden aber auch Sorgen und Nöte anvertraut. Viele Fürbitten
für liebe Menschen finden sich in den Eintragungen. "Lieber Gott, hilf
meinem Enkel Oliver, der bei einem Unfall schwer verletzt wurde", oder: "Wir
bitten für Stefan, dass er eine gute Prüfung ablegt", liegt einem anderen
Ehepaar am Herzen. Auch schwere Krankheiten und persönliche
Schicksalsschläge werden dem Gästebuch anvertraut.
Manche Besucher beziehen in ihre Fürbitten die Katastrophen, den Frieden und
die Gerechtigkeit auf der ganzen Erde mit ein. Victoria (zehn Jahre) fasst
das auf ihre Weise zusammen: "Gott beschütze die ganze Welt. Egal, ob
gläubig oder nicht. Du bist für alle da!"
Aus den Einträgen im Gästebuch spricht auch immer wieder eine gewisse
Sehnsucht nach Ruhe und Geborgenheit im Lärm der Zeit. Eine Besucherin
schrieb: "Es ist schön, diesen Ruheort zu finden. Ein stilles Gebet, für
alle, die in diesen Tagen unsere tröstenden Worte und unsere Zuwendung
brauchen. Dann zünde ich eine Kerze für sie an." "Ich durfte in dieser
schönen Kirche einen Moment verweilen. Ich fühle mich hier geborgen",
schrieb ein Gast aus Köln ins Gästebuch.
Manche Gäste loben in ihren Beiträgen auch die Konzerte, die Gottesdienste
und die Ausstellungen. Von einer "überaus ansprechenden und gehaltvollen
Ausstellung über Philipp Melanchthon" schrieb eine Besucherin aus Bretten.
Sie sei eigens zur Besichtigung nach Wertheim gekommen in "diese
wunderschöne Kirche".
Gerade an heißen Tagen genießen die Besucher auch die Kühle des
Kirchenraumes. So stand erst vor einigen Tagen im Gästebuch: "Kirchen -
einzige Rettung bei dem brütend heißen Klima. Wohltat für den Kreislauf.
Kühle der atmenden Steine, für die Seele; Ruhe im Innern einer
Gotteserfahrung' und erfüllt von wahrer Kunst. Mögen die Kirchen erhalten
bleiben." Robert Weisensee
© Fränkische Nachrichten - 18.07.2009
Signet
"Geöffnete Kirche":
Auszeichnung für die Stiftskirche
WERTHEIM.
Eine
Einladung zu Besinnung und Begegnung
Die Wertheimer Stiftskirche wurde mit dem Signet "Geöffnete Kirche"
ausgezeichnet. Im Rahmen der Bezirksvisitation überreichte die
Kirchenleitung die Plakette an Dekan Hayo Büsing. Das Signet zeigt dem
Besucher an: "Hier sind Gäste willkommen. Diese Kirche lädt zur Besinnung
und Begegnung ein."
Ziel dieser
gemeinsamen Aktion der Badischen und Württembergischen Landeskirche ist es,
die Öffnung von Kirchen für Gäste zu fördern, die geöffneten Kirchen leicht
erkennbar zu machen und eine Infrastruktur zu schaffen. Die Voraussetzung
der regelmäßigen Öffnungszeiten sind in der Wertheimer Stiftskirche gegeben.
Auch liegen Informationen über die Kirche und aus dem Leben der Gemeinde aus
- und: Die Kirche hat einen einladenden Charakter. In Wertheim besuchen
jährlich viele hundert Touristen und Gäste die Kirche mit und ohne Führung.
Kirchenräume erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Menschen kommen unter
der Woche mal eben vorbei, vor dem Einkauf, nach der Arbeit oder in der
Mittagspause. Sie setzen sich zehn Minuten in die Reihen oder zünden eine
Kerze in der Heilig Geist Kapelle an. Manche schreiben ein Gebet oder eine
Fürbitte in das Gästebuch. Dieses Gästebuch führt die vielen menschlichen
Anliegen genau so vor Augen, wie die Bewunderung für den Sakralbau, und gibt
Auskunft über die internationale Herkunft der Besucher.
Sogenannte ehrenamtliche "Kirchenhüter" begrüßen die Gäste, stehen ihnen mit
Rat und Tat zur Seite und geben gerne Auskunft. Im Leitfaden der beiden
Landeskirchen ist die Stiftskirche als ein positives Beispiel der
"Geöffneten Kirchen" vorgestellt. Das Signet wird leicht erkennbar an der
Außenseite der Stiftskirche angebracht. rw
© Fränkische Nachrichten - 18.07.2009
Stiftskirche:
Sanierungsarbeiten am Turm sind in vollem Gange, denn bis Oktober müssen sie
abgeschlossen sein
WERTHEIM.
Bereich
des Glockenstuhls macht Sorgen
Mitte April begannen die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Turm der
Wertheimer Stiftskirche. Bis Oktober müssen die Arbeiten abgeschlossen sein,
so Architekt Michael Bannwarth. "Das ist eine naturnahe Zeitvorgabe, denn
das Material muss ausreichend abtrocknen. Deshalb ist ein gebührender
Abstand vor der Frostperiode nötig, sonst kann es zu Schäden führen",
erklärt der Architekt im Gespräch mit unserer Zeitung. "Aber wir sind gut im
Zeitplan", gibt sich Bannwarth optimistisch.
Die gravierenden Schäden an den Sandsteinteilen gaben den Ausschlag für die
Sanierungsarbeiten am Turm. "Sandstein kann durch Feuchtigkeitsschäden
abwittern und dann herabfallen. Außerdem waren Schäden an den Putzflächen
vorhanden. Einige Putzflächen liegen hohl und haben keine Verbindung mehr
mit dem Untergrund oder dem Mauerwerk", beschreibt Bannwarth die
Schadenslage. Durch Auftrag von Neuputz oder dem Hinterspritzen der Bauteile
mit einer Art Putzkleber, der die Putzfläche mit dem Untergrund verbindet,
will man den Schaden beheben, informiert der Architekt über den Stand der
Sanierungsarbeiten. "Wir sind gerade dabei, die Putzflächen frei zu legen."
Außerdem sind noch Schieferarbeiten zur Abdichtung der Turmspitze zu tätigen
und die Holzläden an den Schalllöchern bekommen einen neuen Anstrich.
Seit Mai ist Horst Weber
von der Firma Fassaden Sanierung Wertheim GmbH (FSW) mit seinem Team in
einer kleinen Bauhütte zu Gange. Passgenau werden die benötigten Sandsteine
dort zugeschnitten und bearbeitet. Einen "Schauer" nennt Weber seinen
Arbeitsplatz. Also einen offenen Schuppen, eine Kleinausgabe einer
Dombauhütte, wie man sie vom Ulmer oder Freiburger Münster her kennt. Viel
Erfahrung bringt der Fachmann für diese spezielle Tätigkeit mit, denn er
arbeitet in einem deutschlandweit tätigen Unternehmen. Außerdem sind jetzt
weitere Firmen an der Baustelle tätig. Große Sorge bereitet Dekan Hayo
Büsing der obere Teil des Turmes im Bereich des Glockenstuhles. Dort sind
mehrere durchgängige Risse festgestellt worden. Die Vermutung, dass die
Risse durch Schwingungen der großen Glocken zu einer Überlastung geführt
hätten, wurde vom Glockensachverständigen der Landeskirche in einem
Testverfahren nicht bestätigt. Vielmehr hat sich nach näheren Untersuchungen
herausgestellt, dass Wasserspuren von der Turmspitze nach innen führen. Im
Bereich der Balustrade gibt es undichte Stellen, und die flachen
Wasserrinnen dort sind wie die Wasserspeier schnell verstopft, fand der
Dekan heraus.
In den 60er Jahren habe man am Turm im Bereich des Glockenstuhles eine
Betondecke eingezogen. Dadurch habe sich das Wasser gesammelt, das Mauerwerk
durchfeuchtet und das verwendete Eisen kam zum Rosten. "Der Frost tat das
seine", fügt Michael Bannwarth dieser Erklärung hinzu. "Wir müssen dies
dauerhaft in Griff bekommen", zeigt sich der Dekan entschlossen. Dies
geschehe durch Abdichten der Fugen und dem Einsatz einer Blechwanne zum
Auffangen des Wassers. "Alles geschieht denkmalschützend", wird von beiden
Gesprächspartnern betont. Im Zuge der Sanierung und des Gerüstbaues wurde
auch das Ziffernblatt der Uhr, die der Stadt Wertheim gehört und von ihr
gewartet wird, ausgebaut. Auch sie soll saniert werden. Hier sei das
Schadensbild größer als vermutet, so Bannwarth. Der Architekt will auch den
gesetzten Kostenrahmen für die Sanierung des Turmes in Höhe von 350 000 Euro
einhalten. "Wir sind im Zeit- und Kostenrahmen." Zur Finanzierung sagt Dekan
Hayo Büsing, dass 40 Prozent der Kosten die Landeskirche übernimmt. Mit
einem Darlehen werden weitere 20 Prozent finanziert. Die restlichen 40
Prozent, also 140 000 Euro, sind von der Gemeinde als Eigenmittel
aufzubringen. Hier lobt Büsing die breite Unterstützung der Wertheimer für
dieses Projekt. Allein in diesem Jahr sind durch Spenden verschiedener
Anlässe wie Geburtstags- und vielen Einzelspenden nahezu 20 000 Euro
zusammen gekommen.
Auch freue man sich über die Bonusaktion "KiBA" der Evangelischen Kirche in
Deutschland für die Unterstützung und die segensreiche Arbeit des
Fördervereins Stiftskirche. "Weitere Zuwendungen sind aber dringend nötig,
um den markanten und geschichtsträchtigen Turm der Stiftskirche im Herzen
von Wertheims Altstadt zu erhalten", appelliert Dekan Hayo Büsing zur
weiteren Mithilfe an der Turmsanierung. Robert Weisensee
Spendenkonten: Spenden können auf die Konten der Evangelischen Stiftspfarrei
Wertheim gegen Spendenquittung bei der Sparkasse Tauberfranken Kontonummer 3
01 11 11, Bankleitzahl 673 525 65 oder der Volksbank Main-Tauber,
Kontonummer 80 87 09, Bankleitzahl 67 39 00 00 eingezahlt werden.
© Fränkische Nachrichten - 17.06.2009
Kirchturm war
Thema:
Vortrag zur 625. Wiederkehr der Neugründung der Stiftskirche
WERTHEIM.
Besondere
Doppelfunktion
Große Resonanz fand am Montagabend im Modersohnsaal des Grafschaftsmuseums
ein Vortrag über den Turm der Stiftskirche, einem städtebaulichen Phänomen
in Wertheim. Museumsdirektor Dr. Jörg Paczkowski nahm die zahlreichen
Zuhörer mit auf eine stadt- und kirchengeschichtliche Reise. Dabei stellte
er durch zahlreiche Vergleiche anderer Türme die Doppelfunktion des
Wertheimer Stiftskirchenturmes als Kirchen- und Stadtturm heraus.
Der Historische Verein
Wertheim und die Stiftskirchengemeinde hatten aus Anlass der 625. Wiederkehr
der Neugründung der Stiftskirche zu diesem besonderen Vortrag eingeladen. Im
Zusammenhang mit der Renovierung des Turmes wolle man der geschichtlichen
Bedeutung nachspüren und Antworten auf die früheren Funktionen des Turmes
bekommen, sagte Dekan Hayo Büsing in seiner Begrüßung.
Bedeutender Standort
Dem Referenten gelang es von Anfang an, sein
Publikum auch mit Hilfe historischer Stadtansichten an das städtebauliche
Phänomen heranzuführen. Der Standort sei im Spätmittelalter gezielt gewählt
worden, so Dr. Paczkowski. Denn er habe damals viel mehr als heute bedeutet:
"Im Mittelalter war die Stadt der Schauplatz des menschlichen Schicksals".
Ausführlich ging es um den Aufbau der Geschosse und die Gestaltung des
Turmes. Mit viel Bildmaterial von anderen Kirchtürmen der Spätgotik stellte
der Referent Vergleiche an und fand erstaunlich viele Parallelen zu
Bauwerken in Lohr, Rothenburg, dem Frankfurter Dom oder der Marienkapelle in
Würzburg heraus. So sei beispielsweise die Balustrade auf den Türmen erst in
dieser Zeit aufgekommen. Auch das Eingangsportal zur Stiftskirche, das die
Übergangszeit von der Spätgotik zur Renaissance markiert, reagiere auf die
städtebauliche Situation, "wie es unsere Vorfahren sahen".
"Die Wertheimer wussten, was damals los war", sagte der Referent im Bezug
auf die vergleichende Bildauswahl vom Wiener Stephansdom oder dem
Frankfurter Dom. Das Eingangsportal sei älter als das Chörlein und der
Ursprung des Turmes habe mit der Stiftung der Heilig-Geist-Kapelle vom 25.
November 1406 zu tun, sagte Dr. Paczkowski. Damals stiftete ein Heinrich von
Mömlingen, der Vikar in Wertheim war, die Kapelle auf dem Kirchhof der
Pfarrkirche zu Wertheim über dem Gebeinhaus. Als geistlich-weltliche
Bruderschaft habe man sich dort getroffen.
Der Museumsdirektor konnte Details und Figuren am Chörlein und am Turm dem
Publikum zeigen, die Architekt Michael Bannwarth im Zuge der Renovierung
aufnehmen konnte. So diente die Darstellung von Drachen und Fratzen der
Abwehr des Bösen. Auch die Wasserspeier am Turm sollten das Unheil abweisen.
Es gebe, so der Referent, keine theologische Begründung, dass eine Kirche
einen Turm haben muss. Der Turm gehörte jedoch zur Stadtansicht. Die
Interpretation zur Funktion des Turmes reiche von der Wachfunktion, dem
Repräsentations-, Wehr- und Fluchtcharakter, dem Uhrturm bis hin zum
Aussichtspunkt der Stadt. Viele Kirchtürme dienten als Orientierungshilfe
und bekamen profane Aufgaben.
Mittelalterliches Städtebild
Paczkowski: "Unser Kirchturm hat eine große
Besonderheit. Der Turm ist nicht eingebunden in die Kirche." Grundrisse und
historische Ansichten machten deutlich, dass der Wertheimer
Stiftskirchenturm markant und isoliert besonders vom Marktplatz her erlebbar
ist. Das entspreche dem mittelalterlichen Städtebild, zu dem Rathaus und
Kirche gehörten. Diese Lage unterstütze die Vermutung, dass es sich hier
auch um einen den Marktplatz überragenden Stadtturm handelte, der auch
profanen Zwecken diente. Die mittelalterliche Stadt war von großen
Sakralbauten geprägt. Weltliche Herren ließen sich in der Stiftskirche
beisetzen. Auch eine Bibliothek befindet sich in dem Gotteshaus. In der 1406
gestifteten Heilig-Geist-Kapelle im Untergeschoss des Turmes traf sich die
Bruderschaft für liturgische Handlungen und zum Totengedenken. Dort
versammelte sich die geistliche und wirtschaftliche Elite der Stadt. Durch
Vergleiche mit Bauwerken aus dieser Zeit stellte Dr. Jörg Paczkowski die
These auf, dass es eine Doppelfunktion von Kirchen- und Stadtturm gegeben
haben müsse. Man könne den Turm auch als Wartturm sehen.
Viel Beifall gab es für den umfassenden und kurzweiligen Vortrag, der die
städtebauliche und bürgerschaftliche Funktion des Turmes der Wertheimer
Stiftskirche auf unterhaltsame Weise den Besuchern nahe brachte. rw
WERTHEIM. Risse geben Anlass zur Sorge
"Die Mauerrisse im Kirchturm der
Stiftskirche sind nicht zu verharmlosen", stellte Architekt Edwin
Bannwarth im Rahmen der Mitgliederversammlung des Fördervereins am
Donnerstagabend im Stiftshof fest (siehe weiteren Bericht). Bis Ende
Oktober sollen die umfangreichen Renovierungsarbeiten abgeschlossen
sein. Allerdings sei man sehr wetterabhängig, denn einige
Arbeitsschritte benötigen trockenes und warmes Wetter.
In
der nächsten Woche sei eine wichtige Begehung, die weiteren Aufschluss
über das Ausmaß der Schäden zeigen könnte, erklärte Bannwarth. Es werde
jetzt die Fassade gereinigt. Dann will man die schadhaften Steine
herausnehmen und durch neue Natursteine aus dem Wüstenzeller
Sandsteinmaterial ersetzen. Wie es im Pressebericht des Fördervereins
weiter heißt, schreiben die Auflagen vom Amt für Denkmalschutz vor, alle
historischen Putze am Turm zu erhalten. Trotzdem werde dieser einen
neuen Anstrich erhalten, sagte der Fachmann in seinem Vortrag. Nur
schwer zugänglich sei der Turmhelm, also die Turmspitze. Bannwarth: "Wir
steigen innen hoch, so gut es geht, prüfen die Substanz der Balken und
machen davon Aufnahmen." Der Architekt hofft dort keine größeren Schäden
vorzufinden, die von Außen nicht sichtbar sind und eventuell durch einen
Blitzeinschlag verursacht wurden. Deshalb will er sich hinsichtlich der
anfallenden Kosten der Maßnahme nicht festlegen. "Mit Sicherheit kommt
noch einiges auf uns zu", meinte Bannwarth.
Dekan Hayo Büsing ging auf die Notwendigkeit der Sanierungsmaßnahme ein
und sprach von dem besonderen Schadensbild im Bereich des Glockenstuhls:
"Die Risse dort geben Anlass zur Sorge." Er vermutet, dass durch die
Veränderung im Glockenstuhl in den 1960er Jahren von einer Holz- in eine
Stahlkonstruktion das Mauerwerk seitdem besonders belastet wird. "Hier
werden wir mit Fachleuten eigens Prüfungen vornehmen", informierte der
Dekan die Versammlung. Auch werde im Zuge der Arbeiten am Turm die
Turmuhr von der Stadt Wertheim saniert. Der Förderverein stellte noch
die Termine der nächsten Zeit vor. Am Montag, 15. Juni, findet um 19.30
Uhr in der Stiftskirche ein Vortrag von Dr. Jörg Paczkowski über die
"Bedeutung des Turmes der Stiftskirche" in Zusammenarbeit mit dem
Historischen Verein Wertheim statt. Am Mittwoch, 24. Juni, wird um 19
Uhr in einem Gottesdienst der vor 625 Jahren erfolgten Grundsteinlegung
der Stiftskirche durch Graf Johann von Wertheim gedacht.
© Fränkische Nachrichten -
31.03.2009
Stiftskirche:
Sanierungsmaßnahmen am Kirchturm sollen nach Ostern beginnen
WERTHEIM.
Markantes
Wahrzeichen gilt es zu erhalten
Architekt Michael Bannwarth erläuterte in der Gemeindeversammlung am Sonntag
die Sanierungsarbeiten am Kirchturm. Nach der gelungenen Innensanierung
steht dieser nun als nächstes Großprojekt auf der Tagesordnung. Dekan Hayo
Büsing: "Nicht aus Lust und Vergnügen, sondern aus Verpflichtung ist dieser
Schritt nötig." Michael Bannwarth konnte ihm nur zustimmen: "Wir renovieren,
weil wir es aus Verantwortung tun müssen, denn es sind Schäden am Sandstein
entstanden, die man von unten nicht sofort erkennen kann."
Bannwarth überzeugte die
Gemeinde mit ansprechendem Fotomaterial, das bei der Untersuchung des Turmes
entstanden ist und erklärte die Beschaffenheit des Sandsteins und
Möglichkeiten von Schadensbildung. Unter Assistenz von Versammlungsleiter
Diether Edel und Dekan Hayo Büsing verdeutlichte der Architekt die
Vorgehensweise an einem Plan.
Nach der Einrüstung werden zunächst Reinigungsarbeiten am Putz des Turmes
vorgenommen, um ein Schadensbild festzustellen. Nach dem Trocknen werden
erste Putzschichten erneuert und das Mauerwerk verfestigt. Bis Ende Oktober
oder Anfang November müsste dies allerdings abgeschlossen sein, denn alle
Arbeiten seien frostempfindlich. Die Kosten für die Sanierung beliefen sich
inzwischen auf 350 000 Euro, wobei schon allein das Gerüst 55 000 Euro
verschlinge.
Die Unterstützung der Landeskirche werde trotz Steuerrückgangs erfolgen, so
Büsing. Über die Bonusaktion der Stiftung KiBA der Evangelischen Kirche in
Deutschland seien Spenden in Höhe von rund 62 000 Euro eingegangen. Weitere
10 000 Euro kamen vor allem durch Geburtstagsspenden hinzu. Segensreiche
Arbeit leiste der Förderverein, der im Spätherbst einen Scheck in Höhe von
20 000 Euro überreichte. Dekan Hayo Büsing sprach von 140 000 Euro oder 40
Prozent, die von der Gemeinde als Eigenmittel aufgebracht werden müssten.
Deshalb seien weitere Spenden dringend erforderlich.
Im Bereich des Glockenstuhls gäbe es gewisse Unsicherheiten, so Dekan Hayo
Büsing. Dort könnten weitere Schäden zum Vorschein kommen, denn ein früherer
Umbau des Glockenstuhls ginge jetzt zu Lasten des Mauerwerkes, lauten die
Unsicherheiten. Hier sei die spezifische Untersuchung durch einen Statiker
nötig. Büsing führte noch eine Liste von Reperatur- und
Instandhaltungsmaßnahmen am Gemeindehaus Stiftshof auf und sprach in diesem
Zusammenhang von einer "Gebäudelast," die auf Dauer viel Geld benötigt. rw
© Fränkische Nachrichten -
10.02.2009
Ein Kirchturm als „Patient“
WERTHEIM. Die Außenfassade des Turms der Wertheimer Stiftskirche wurde in den vergangenen Tagen von der Firma Aedis aus Hochdorf ringsum auf Schäden untersucht. Der „Befund“, den Aedis-Fachmann Albert Kieferle erstellen wird, dient der Einleitung weiterer Maßnahmen, wie Dekan Hayo Büsing im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten informierte. Auch die genaue Höhe der Kosten für die anstehende Kirchturm-Sanierung wird dann klarer sein. Bislang geht man von rund 250 000 Euro aus, die alleine die Außenrenovierung des Turms verursachen wird. Mit den Arbeiten soll direkt nach Ostern begonnen werden. Dann wird der Turm auch komplett eingerüstet. Bis November soll die Maßnahme beendet sein, sagte Architekt Michael Bannwarth auf FN-Anfrage. uwb / BILD: UWE BAUER
© Fränkische
Nachrichten - 19.03.2008
Nach der
Kirche selbst nun ihr Turm:
Sanierung steht bevor
WERTHEIM.
Als
bonuswürdig ausgewählt
Nach der Sanierung der evangelischen Stiftskirche soll nun deren Turm
hergerichtet werden. Um das Vorhaben finanzieren zu können, ruft Wertheims
Dekan Hayo Büsing zu Spenden auf.
Im November vergangenen Jahres erhielt Dekan Büsing einen Bescheid der
Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Kiba) für
die Sanierung und Innenrenovierung der Stiftskirche. Darin wurde ein
Zuschuss von 20 000 Euro zugesagt. „Das ist die Maximalförderung“, sagt der
Dekan. Ohne die hohe Spendenbereitschaft von Gemeindemitgliedern und anderen
Freunden der Stiftskirche, wäre dieser Zuschuss nicht möglich gewesen,
erklärt Büsing. „Die Kiba hat auf jeden gespendeten Euro 50 Cent
draufgelegt.“
Dem Bescheid lag ein neues Antragsformular bei. „Damit haben wir nicht
gerechnet“, sagt Büsing. Denn normalerweise werden Zuschüsse nur in größeren
zeitlichen Abständen gewährt. Dennoch füllte der Dekan den Antrag aus und
schickte ihn ab. „Wir benötigen nämlich dringend Geld für die Sanierung des
Kir
chturms.“
Im vergangenen Jahr musste ein über 20 Kilogramm schweres Teil des Maßwerks
oberhalb der Turmuhr gesichert werden, berichtet Büsing. Eine Untersuchung
habe zudem ergeben, dass Teile der Sandstein- Fassade und des Putzes
herabzufallen drohen. „Der Putz hat sich an vielen Stellen abgelöst“, sagt
der Dekan. Eine Sanierung würde „vorsichtig“ geschätzt 250 000 Euro kosten.
„Genaues kann man erst sagen, wenn das Gerüst steht“, sagt Büsing. Dies
werde aber erst aufgebaut, wenn die Finanzierung gesichert ist. Entsprechend
ruft der Dekan dazu auf, für den Erhalt und die Sicherung des Turms zu
spenden. „Als Wahrzeichen der Wertheimer Altstadt braucht das Bauwerk unsere
Unterstützung“, so Büsing. Seinen Angaben nach hat die Stiftung Kiba die
Turmsanierung aus über hundert beantragten Projekten in Deutschland als
bonuswürdig ausgewählt. Der Turm der Stiftskirche wurde früher als Wartturm
genutzt, um von dort aus die wichtigsten Kreuzungspunkte beobachten zu
können. Die Turmuhr wurde zu Orientierung für die Bürger installiert. „Bis
heute ist die Kommune für die Wartung und Reparatur der Uhr zuständig“, sagt
der Dekan.
Sonderkonto eingerichtet
Die
Kirchenstiftung hat für die geplante
Sanierung ein Sonderkonto
eingerichtet. „Für jeden Euro, der bis
zum
30. September dieses Jahres darauf
gezahlt wird, gibt die Stiftung 50
Cent
dazu“, erklärt Hajo Büsing. Seinen
Worten
nach liegen in der Stiftskirche
eigens
dafür vorbereitete grüne
Faltprospekte und Überweisungsvordrucke
mit
dem Kennwort
Wertheimer Stiftskirche aus.
Dekan Büsing kündigt für den Sommer verschiedene Aktionen an, um den Turm
noch stärker in den Blickpunkt der Bürger zu rücken. So soll es etwa ein
Turmbläserkonzert und ein Glockenkonzert geben.
riff
Spenden für die Sanierung des Wertheimer Stiftskirchenturms auf das Konto
Nummer 3200005550 der Stiftung Kiba in Hannover bei der Evangelischen
Kreditgenossenschaft Kassel, Bankleitzahl 52060410. Stichwort: Wertheim,
Stiftskirche
© Fränkische
Nachrichten - 26.05.2007
Stiftskirche ein Symbol evangelischen
Selbstbewusstseins
Wiedereinweihung des Gotteshauses am Donnerstag nach umfangreicher Sanierung
und Renovierung geriet zu einem schönen Tag
Wertheim. Lange herbeigesehnt hatte die Stiftskirchengemeinde den Tag der
Wiedereinweihung ihres Gotteshauses, der am Donnerstagabend nach mehr als
eineinhalb Jahren der Sanierung und Renovierung mit einem festlichen
Gottesdienst gefeiert wurde. In Verbindung mit der traditionellen
Gebetswoche für die Einheit der Christen, die in Baden alljährlich mit einem
ökumenischen Bischofsgottesdienst des evangelischen Landesbischofs Dr.
Ulrich Fischer und des katholischen Erzbischofs Dr. Robert Zollitsch
gefeiert wird, kam die ökumenische Zusammenarbeit in mehrfacher Weise zur
Geltung.
Viele Gäste aus Kirche und Öffentlichkeit waren eingeladen, und der
Bezirksposaunenchor unter der Leitung von Rainer Lange (Kreuzwertheim) und
Bezirkskantor Manfred Lutz, der auch den ökumenischen Projektchor dirigierte
und Orgel spielte, gestaltete den Festgottesdienst musikalisch mit
gehaltvollen, sorgfältig ausgesuchten Chor- und Bläserstücken.
Das fanfarenhafte "Tut mir auf die schöne Pforte" spielten die 40
Bläserinnen und Bläser zur feierlichen Einzugsprozession, an deren Spitze
Patronatsherr Fürst Alfred-Ernst zu Löwenstein-Freudenberg und
Oberbürgermeister Stefan Mukulicz vor den Geistlichen des Kirchenbezirks,
dem Ältestenkreis und den beiden Bischöfen die voll besetzte Stiftskirche
betraten, von der Gemeinde stehend flankiert.
Ellen
Heibach, Vorsitzende des Ältestenkreises, begrüßte mit einem Vers aus Psalm
118: "Dies ist der Tag, den der Herr macht." Mit Lob und Dank wolle man
diesen Tag gemeinsam erleben und mit dem Gottesdienst gleichzeitig ein
Zeichen gelebter Ökumene setzen. Das Feiern des Gottesdienstes hob auch
Dekan Hayo Büsing hervor, der mit Unterstützung von Kirchenältesten und
Pfarrern aus dem Kirchenbezirk Altar, Taufstein und Kanzel zurüstete. Nach
Parament, Altardecke, der Bibel und dem Blumenschmuck entzündete
Kirchendiener Reinhold Schirmacher die sechs Altarkerzen sorgfältig mit
ruhiger Hand. An seinem Geburtstag erlebte Schirmacher diesen ersten
festlichen Gottesdienst nach 19 Monaten wieder in "seiner" Kirche auf ganz
besondere Weise.
Mit der Erläuterung, dass die Christen durch die Taufe verbunden seien,
überreichte Pfarrer Banschbach von der katholischen Kirche die Osterkerze.
Mit dem Chorsatz "Locus iste" von Anton Bruckner bestätigte und vertiefte
der aus etwa hundert Sängerinnen und Sängern bestehende ökumenische
Projektchor (Leitung: Manfred Lutz) das zuvor Gesagte mit eindrucksvollem
feierlichen Klang.
Landesbischof Dr. Ulrich Fischer setzte nach Votum, Psalm und Lesung ein
weiteres vom Chor begonnenes musikalisches Gebet, "Herr, ich habe lieb die
Stätte deines Hauses" von Max Reger, mit der Bitte um die Sendung des
Heiligen Geistes fort. In der Wertheimer Stiftskirche als Symbol
evangelischen Selbstbewusstseins, so der Bischof, sei ein solcher
gemeinsamer Festgottesdienst ein ganz besonderes Zeichen ökumenischer
Verbundenheit. Die Wiederentdeckung des Kirchenraums habe man von den
katholischen Mitchristen gelernt, nachdem man früher eher Mühe gehabt habe
mit dem Gedanken, dass es heilige Orte gebe. Ohne äußere Zeichen könne aber
auch der evangelische Glaube nicht gedeihen. Der Kirchenraum sei ein ganz
besonderer Ort, der mit den früheren Generationen verbinde. Die Kirchentüren
sollten immer offen stehen, denn der Verantwortung der Welt gegenüber dürfe
man sich als Kirche nicht entziehen. Der Bischof wünschte, dass viele
Menschen in der Stiftskirche offene Türen, offene Ohren und offene Herzen
finden mögen.
Der Lobgesang Gottes fand in dem Gemeindelied "Großer Gott, wir loben dich"
durch Bläser, Orgel und Glockengeläut kraftvollen Ausdruck. Auch das Lied
nach dem Glaubensbekenntnis "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren"
wurde im Wechsel mit der Orgel vom Bezirksposaunenchor und der Gemeinde mit
großer Überzeugung zum Klingen gebracht. Der Bläserklang wirkte,
möglicherweise durch die jetzt glatter gewordenen Wände, durch den nun
deutlich längeren Nachhall besonders klar, kraftvoll und festlich.
Von der Kanzel hielt jetzt der katholische Erzbischof Dr. Robert Zollitsch
die Predigt zur Gebetswoche für die Einheit der Christen über das Thema
"Heimat". Am Ende des Zweiten Weltkrieges hätten viele Menschen ihre Heimat
verloren. Viele Überlebende von Krieg und Deportation hätten sich später
gefragt, was sie in der schweren Zeit getragen habe. Es sei nicht nur der
Überlebenswille gewesen, sondern der christliche Glaube, der Halt und Kraft
gegeben habe. Wirkliche Heimat gebe es letztlich nur bei Gott und wer seine
Heimat hier finde, der könne sie auch in schwierigsten Lebenssituationen
nicht verlieren. Eine großartige Kirche allein genüge nicht, sondern wichtig
seien Personen, die als "lebendige Steine" einer Kirche von der Freude des
Glaubens berichten. Dadurch tiefes Vertrauen und Gelassenheit zu erreichen
sei Herausforderung und lohnende Aufgabe zugleich.
Das ökumenische Gemeindelied "Strahlen brechen viele aus einem Licht"
erklang in einem von Manfred Lutz für die Bläser geschriebenen Satz, nach
Fürbitten und Vaterunser sang der Chor "Bleib bei uns, denn es will Abend
werden" von Josef Rheinberger. Nach dem Lied "Komm, Herr, segne uns" und dem
Segen der beiden Bischöfe beschlossen Bläser und Orgel den Gottesdienst mit
der doppelchörigen Choralbearbeitung "Nun danket alle Gott" von Johann
Sebastian Bach, gefolgt von einer Strophe des vierstimmigen Chorals mit der
von Frank Wolz klangvoll gespielten Trompetenoberstimme.
Im
Anschluss an den Gottesdienst sprach zuerst Oberbürgermeister Stefan
Mikulicz Gruß- und Dankesworte. Es sei ein Tag, "den wir alle nie vergessen
werden". Die Stiftskirche sei "der geistliche Mittelpunkt unserer Stadt".
Patronatsherr Fürst Alfred Ernst zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, der
auch für die katholische Linie des Fürstenhauses, zu
Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, sprach, bezeichnete den Kirchenraum als sehr
gelungen, auch wenn man sich an manche Veränderung erst noch gewöhnen müsse.
Die Ökumene lobte er ebenfalls, wenn man auch nicht ganz eins werden müsse.
Schmunzelnd fügte er hinzu: "Konkurrenz belebt das Geschehen."
Architekt Michael Bannwarth gab abschließend noch einmal einen ausführlichen
Überblick über das gesamte Projekt und lobte die flexible und engagierte
Arbeitsweise aller beteiligten Firmen, die selbst den Lebensrhythmus der
Fledermäuse bei ihren Arbeiten optimal berücksichtigt hätten. Ein
bedeutendes Werk mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Millionen Euro sei nun
vollendet.
Der Vorsitzende des Fördervereins der Stiftskirche mit inzwischen über 160
Mitgliedern, Hans-Otto Dewes, berichtete über die Aktivitäten des Vereins
und lud zu weiterem Engagement ein.
Dekan Hayo Büsing dankte abschließend den vielen Mitwirkenden des
Gottesdienstes. An die beiden Bischöfe überreichte er ein echtes Stück der
Stiftskirche, nämlich jeweils einen Teil eines Bohrkerns mitten aus dem
Mauerwerk. Die Handwerker, die von den Gottesdienstbesuchern mit besonderem
Applaus bedacht wurden, wolle man am 6. Juli zu einem Fest einladen.
Für ganz besonderen ehrenamtlichen Einsatz dankte Dekan Büsing dem "Motor
der Sanierung", Hermann Förstel, dessen beispiellose Energie und Ausdauer
verdiene Hochachtung und Dank, und lud ihn zu einem Überraschungswochenende
nach Dresden ein. Büsing würdigte auch die Presse für die "tolle
Zusammenarbeit" in der Berichterstattung.
Die Gottesdienstbesucher, Festgäste, Prediger und Musiker trafen sich nach
einer weiteren doppelchörigen Festmusik von Henry Purcell auf dem Platz
zwischen Kirche und Stiftshof, wo man bei Häppchen und Getränken bis in den
Abend hinein im Gespräch verbunden blieb. Rl
Grußwort des Fördervereins zur Wiedereinweihung der Stiftskirche in Wertheim
am 24. Mai 2007
Meine sehr verehrten Damen, sehr geehrte Herren,
geehrte Damen und Herren Repräsentanten der Kirchen, des
öffentlichen Lebens und der Gesellschaft.
In der die
Beschreibung des Abendlaufs nach dem Gottesdienst steht
unter Grußworte
u.a.:
Meine Name, Förderverein
namens aller Förderer und Spender.
Ich stutzte und
fragte mich: haben wir nicht durch Scheine oder einen
Scheck unser Grußwort
bereits gesprochen?
Ernster: Ich glaube namens aller Förderer und Spender zu sprechen, wenn ich
sage:
1. für
freuen uns darüber,
wie schön
die Neugestaltung des Kirchenschiffs gelungen ist,
2. wir hoffen, dass die Sanierung des Mauerwerks und des Dachstuhls
dauerhaft sei,
3. wir konnten zur Finanzierung der Maßnahmen
-Zitat: „
mit unsrer Arbeit Müh
und Fleiß"
beitragen und würden
gerne auch am Stolz
über
das gelungene Werk mittragen.
Der Förderverein
Stiftskirche wurde im April 2006 von 34 Personen gegründet. Die Mitgliedschaft ist an keine Religion oder
den Wohnsitz gebunden.
Auf unserem Konto
sind z.Z. 30500
€, die Sie, Herr Dekan Büsing
abrufen können.
Mit den jährlichen
Beiträgen
der über
160 Mitglieder könnten
die Zinsen und die Tilgung eines Kredites
über 70 000
€
übernommen
werden. Ohne die Spenden, die
über die Klba geleitet wurden, können
wir also mit etwas
über
100 000 €
zur Finanzierung beitragen.
Während
der verschiedenen
Öffnungen
der Kirche während
der Bauzeit
konnten wir das
große
Interesse der vielen Besucher an den
Baumaßnahmen
und der Stiftskirche an sich spüren.
Der Förderverein
hat sich deshalb entschlossen, Untersuchungen
über
die Kirchengeschichte und das Bauwerk Stiftskirche
zu fördern
und zu
verbreiten.
Den Anfang machen wir mit dem Druck eines Vortrages von Dr. Peter Rückert
aus Wertheim-Urphar, den er am 18. April dieses Jahres im Rahmen der
Wertheimer Abende gehalten hat und in dem er die Entdeckungen während der Renovierungsarbeiten auswertet.
Von der
Burgkapelle zur Stiftskirche Anfänge der Wertheimer Kirchengeschichte. Dieses Heftchen ist
eine Gabe des Fördervereins zur Wiedereinweihung
der Kirche an die
Stiftskirchengemeinde und alle Besucher dieses
Gottesdienstes.
Ich möchte
Ihnen, Herr Dekan Büsing,
ein großformatiges
Exemplar übergeben.
Sie, meine Damen und Herren, werden sich nun fragen: Und wo ist mein
Heftchen?
Ich muß
gestehen: wir haben es noch nicht!
Die Zeit zwischen
dem Vortrag und heute war einfach zu kurz. Trotz aller Bemühungen
- insbesondere von Herrn Dr. Rückert
- sind wir nur bis
zum Probedruck gekommen. Der Druck der Büchlein
wird in etwa 10
Tagen fertig sein.
Probedrucke können
sie an unserem Stand im Stiftshof anschauen. Schreiben Sie Ihre Adresse auf
einen dort ausliegenden Umschlag und
wir senden Ihnen
das Heft zu.
Ein Förderverein
möchte
fördern.
Dazu sammelt er Geld. Deshalb steht neben den Briefumschlägen
ein Sparkirchlein. Dort darf jeder, der es sich leisten kann und es tun
will, einen Beitrag zur Deckung der Druckkosten einwerfen. Die größte
Münze
oder der kleinste Schein können
als Richtwert dienen.
Daneben liegen Antragsformulare zum Eintritt in den Förderverein
auf. Werden wir zum Jahresende 200 Mitglieder haben?
Ich möchte
schließen
mit der Vervollständigung
des Zitates von vorher. Es ist - die meisten haben sicher bemerkt - der 4.
Vers des Morgenliedes:
„Die
Helle Sonn leucht jetzt herfür".
Er passt als Motto unseres Fördervereins.
Ein Morgenlied am Abend? Nun, die Wiedereinweihung ist gewissermaßen
auch ein Morgen.
„Laß
unser Werk geraten wohl, was ein jeder ausrichten soll, dass unsre Arbeit Müh
und Fleiß
gereich zu deim
Lob, Ehr und Preis“.
Hans-Otto Dewes, am 24. Mai 2007
© Fränkische Nachrichten - 16.03.2007
Nach 50
Jahren auferstanden
Das Jesuskreuz hängt wieder im Chorraum der Stiftskirche
Wertheim. Rund 50
Jahre lang hat es auf die Wiederauferstehung warten müssen. Seit gestern
hängt das Jesuskreuz wieder über dem Altar der Wertheimer Stiftskirche. "Die
Auferstehungsbotschaft zeigt sich hier einmal von einer ganz anderen Seite",
sagt Dekan Hayo Büsing, der "ganz ergriffen" war, als er das Kreuz endlich
wieder im Chorraum hängen sah.
Mitte der 1950er hatte man es bei den letzten Restaurierungsarbeiten in der
Stiftskirche abgehängt und hinter dem Altar aufgestellt. "An dem Platz vor
den Epitaphien hätte man es ja schon fast für ein Grabkreuz halten können",
so Büsing weiter. Zusammen mit den floralen Elementen der Deckenbemalung und
den Buntglasfenstern, die in der kommenden Woche eingebaut werden sollen,
ergebe der Chorraum ein in sich geschlossenes, theologisches Programm, in
dem auch die Proportionen wieder passen.
"Warum das Kreuz damals nicht m
ehr
an seinen alten Platz zurückgebracht wurde, kann heute niemand mehr sagen",
erklärt Hans-Dieter Zopf, begleitender Restaurator des Gesamtprojekts der
Renovierung des Gotteshauses. Auf älteren Fotografien war allerdings zu
sehen, dass es an dem zentralen Platz über dem Altarraum hing, an den es am
Donnerstagvormittag mit Hilfe eines Flaschenzugs wieder angebracht wurde.
Voraus gegangen waren aufwändige Arbeiten an dem Kruzifix, das
wahrscheinlich aus dem 16. Jahrhundert stammt. Behutsam wurde der Korpus
gereinigt, die Inkarnatfassung sensibel gepflegt und kleinere Retuschen
vorgenommen. "Das Holz des Kreuzes war im Lauf der Jahre so ausgebleicht,
dass es sich farblich kaum von der Christusfigur abgehoben hat", sagt Zopf.
Einem Zufall ist es zu verdanken, dass die goldenen Kreuzzierden an den
Flanken wieder angebracht werden konnten: Sie wurden auf dem Speicher der
Stiftskirche gefunden.
Im Jahr 1883 war das Kreuz schon einmal bearbeitet worden. Hinter dem Schild
über dem Haupt Jesu, auf dem wie bei jedem Kruzifix die Buchstaben "INRI"
(Jesus Nazarenus Rex Iudaeorum, deutsch: Jesus von Nazareth, König der
Juden) geschrieben stehen, fand man Bleistiftaufzeichnungen des damaligen
Restaurators, der genau fest gehalten hatte, welche Arbeiten vollbracht
worden waren.
An der Unterseite des Kreuzes finden sich zwei Einkerbungen. Spuren, die
noch von der ehemaligen Befestigung hinter dem Altar herrühren. "Die wurden
so belassen, weil es ja auch mit zur Geschichte des Kreuzes gehört, das
jahrzehntelang ein einsames Dasein im Hintergrund fristen musste", sagt der
Restaurator. Timo Lechner
© Fränkische Nachrichten - 06.07.2006
Farbfunde
machen Gesamtkonzept nötig
Eröffnung der Stiftskirche verzögert sich / Aufgemaltes Rankwerk schmückte
einst den Chor
Wertheim. Noch etwas Geduld haben muss die evangelische Kirchengemeinde
Wertheim, bis die Stiftskirche wieder eröffnet wird. Denn der ursprüngliche
Zeitplan, das seit einigen Monaten für Sanierungsarbeiten geschlossene
Gotteshaus Ende Juni wieder nutzen zu können, war nicht zu halten. Zwar
hätten die statische Sicherung und die Dachsanierung wunderbar geklappt, wie
Dekan Hayo Büsing und Michael Bannwarth vom Planungsbüro Bannwarth und
Ludwig gestern Vormittag bei einem Pressegespräch im Pfarrhaus erklärten.
Noch nicht klar sei jedoch, wie die Stiftskirche künftig im Innenraum
aussehen soll.
Im Laufe der Arbeiten sei angesichts zahlreich entdeckter Farbreste an den
Wänden und Decken deutlich geworden, dass die Renovierung von Mittel- und
Seitenschiffen nicht wie vorgesehen in zwei zeitlich getrennte Bauabschnitte
aufgeteilt werden kann. Nun habe das Kirchenbauamt zugesichert, dass der
zweite, die Seitenschiffe betreffende Bauabschnitt vorgezogen und somit
alles ganzheitlich gestaltet werden kann. Darüber sei man sehr erfreut,
betonte Büsing, auch wenn man traurig über die verlängerte Schließung der
Kirche sei. Doch "wir brauchen ein schlüssiges Gesamtkonzept für die
Gestaltung".
"Wir sind davon ausgegangen, da ist nichts", stellte Bannwarth die Situation
vor Beginn der Sanierung dar. Somit sei mit den Verantwortlichen der
Landeskirche festgelegt worden, dass zunächst im ersten Bauabschnitt das
Mittelschiff neu gestaltet wird, so Büsing weiter. Die Seitenschiffe wären
in einem zweiten Abschnitt an der Reihe gewesen, wenn die Finanzierung
gesichert gewesen wäre.
Dass sich unter dem Putz aber sehr wohl noch etwas befand, sahen die
Restauratoren, als sie die Wände u
nd
Decken von den Gerüsten aus einmal aus nächster Nähe betrachten konnten.
Entdeckt wurden viele "tolle spannende restauratorische Befunde", welche die
gesamte Farbpalette und florale Elemente umfassen, wie der Dekan schwärmte.
Dazu zählt auch das aus dem 19. Jahrhundert stammende Rankenwerk, mit dem
der Chorraum ausgemalt war. Man habe Farben unter anderem aus dem 16.
Jahrhundert sowie im Mittelschiff Rankenwerk aus der Zeit vor 1800
nachgewiesen, ergänzte Bannwarth. Alles wurde jedoch überputzt, als 1957 im
Rahmen der Großsanierung die Kirche im Inneren rigoros umgestaltet wurde.
"Die Ästhetik eines Raums war damals kein Thema." Dies habe auch dem
theologischen Verständnis entsprochen, erzählte Büsing. Das "gotische
Gehäuse" sei stehen geblieben. "Doch die Ausgestaltung, die den Raum und
Charakter der Kirche geprägt hat" sei ausgebaut worden. Manches, wie etwa
alte Grabplatten, seien gezielt zerstört worden. Die einst dick übermalten
Brüstungen habe man abgelaugt, so dass heute das nackte Holz zu sehen sei.
Viele der vorgenommenen Veränderungen haben dem Geschmack der damaligen Zeit
entsprochen, waren sich der Dekan und Bannwarth einig. Alle Generationen
hätten ihre Spuren an dem Gotteshaus hinterlassen.
"Wir wollen uns aber nicht über die damals Verantwortlichen erheben",
betonten beide. Die Frage sei, ob man nun das, was aus der Geschichte
dokumentiert ist, als Leitgedanke bei der anstehenden Ausgestaltung
verwenden soll. Schön hätten es der Dekan und der Architekt gefunden, wenn
die Seitenschiffe bereits zu Beginn in den Planungen enthalten gewesen wären
und man somit gleich ein Gesamtkonzept hätte entwickeln können.
Nun müsse grundsätzlich festgelegt werden, ob die Kirche wieder den Befunden
entsprechend hergestellt werden soll. Dass dies auch eine Kostenfrage sei,
war für Büsing und Bannwarth klar. Doch habe man jetzt die Chance, den
Kirchenraum wieder so zu gestalten, wie er einmal gedacht war. Als
raumprägend hoben der Dekan und der Architekt das "sehr reizvolle"
Zusammenspiel der Glasfenster mit dem Chor hervor. Einiges spreche dafür,
die Ausmalung vom 19. Jahrhundert wieder anzubringen, die sich gut mit dem
gotischen Stil des Gebäudes kombinieren lasse. Gleichzeitig müsse man sehen,
was diesem Raum mit seinen liturgischen Anforderungen angemessen ist.
Gegenwärtig befinde man sich mitten in einem Diskussionsprozess darüber, wie
die Stiftskirche, die auch ein bedeutendes Baudenkmal sei, künftig innen
aussehen wird. Dabei wolle man sich aber nicht nur mit dem Kirchenbau- und
dem Landesdenkmalamt beraten. Auch die Meinung der Gemeindemitglieder sei
gefragt. Die Entscheidung werde am Ende vom Gesamtkirchengemeinderat
getroffen. Bis dahin sollen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt voran
gehen. Im Moment ist man dabei, die Elektrik zu installieren.
Nur eine unverbindliche Aussage konnte Büsing hinsichtlich des Zeitpunktes
für die Wiedereröffnung der Kirche treffen. Er meinte, "es wäre schön, wenn
wir es bis Weihnachten schaffen". Vorerst auch nur geschätzt werden kann,
mit welcher Summe das Ganze am Ende zu Buche schlagen wird. Die Experten
gehen von insgesamt 1,5 Millionen Euro aus. Bislang ist ein Kostenrahmen von
660 000 Euro genehmigt. Auch wenn man Zuschüsse beim Landesdenkmalamt
beantrage, bleibe der Löwenanteil an der Landeskirche (20 Prozent) und an
der Kirchengemeinde hängen. Letztere erhalte für 40 Prozent der Summe ein
günstiges Darlehen von der Landeskirche, 40 Prozent der Kosten müsse sie
selbst aufbringen. Deshalb hoffe man auch in Zukunft auf Spenden (siehe
weiteren Bericht).
Obwohl es noch etwas dauern wird, ehe die Pläne
für die Innengestaltung des Gotteshauses vorliegen, sind sich Michael
Bannwarth und Dekan Hayo Büsing bereits jetzt sicher: "Die Stiftskirche wird
wunderschön." Su/Foto:Wehnert
© Fränkische Nachrichten - 06.07.2006
"Es ist schön, diese Unterstützung
zu spüren"
Schon über 60 000 Euro wurden für die Stiftskirche gespendet / Aufnahme in
Bonifizierungsprogramm der Stiftung KIBA
Wertheim. Viel Geld muss die evangelische Kirchengemeinde Wertheim für die
Sanierung und Renovierung der Stiftskirche aufbringen (siehe weiteren Bericht).
Dass sie dabei nicht nur von Gemeindemitgliedern, sondern auch von vielen
Wertheimern und Bürgern aus der Region tatkräftig unterstützt wird, hob Dekan
Hayo Büsing am Mittwochvormittag bei einem Pressegespräch im Pfarrhaus hervor.
38 000 Euro haben Spenderinnen und Spender bislang auf das Konto der
evangelischen Gemeinde eingezahlt. Doch nicht nur diese stolze Summe wertete
Büsing als Zeichen für ein "tolles bürgerschaftliches Engagement". Inzwischen
habe auch der Förderverein Stiftskirche schon über 130 Mitglieder. Begehrt seien
außerdem die Glasbausteine mit dem Motiv der Kirche. "Es ist schön, diese
Unterstützung zu spüren", war der Dekan begeistert. Schließlich sei die
Stiftkirche ein "zentraler Kristallisationspunkt in der Stadt, für den es wert
ist, sich einzusetzen".
Als eine gute Möglichkeit, die Sanierung und Renovierung der Stiftskirche noch
in den nächsten Monaten finanziell zu unterstützen, bezeichnete Büsing die
Beteiligung an der Aktion "Aus zwei mach drei" der Stiftung zur Bewahrung
kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KIBA). Diese wurde 1998 von der
Evangelischen Kirche Deutschland mit ihren Landeskirchen zur Bewahrung
kirchlicher Baudenkmäler gegründet.
Wie es in der Stiftungszeitung "KIBA Aktuell" heißt, haben sich in diesem Jahr
61 Gemeinden mit Projekten um die Aufnahme in das Bonifizierungsprogramm
beworben. 20 von ihnen erhielten den Zuschlag, darunter auch Wertheim.
Für die Stiftskirche gibt es nun bei der Stiftung ein Sonderkonto. Das Geld, das
darauf bis Ende September eingezahlt ist, wird dann von der Stiftung im
Verhältnis zwei zu eins aufgestockt. Nach Meinung des Dekans "ein toller
Zinssatz".
Bis zum 30. Juni sind für die Stiftskirche 171 Einzelspenden mit einer
Gesamtsumme von 23 229 Euro eingegangen, verkündete Büsing. Dabei habe es sich
um Beträge zwischen zehn und 3000 Euro gehandelt. Unter den 20 geförderten
Projekten belege Wertheim damit den zweiten Platz hinter Ronsdorf bei Wuppertal
(36 898 Euro). Schön fände es Hayo Büsing, wenn man auf dem Spendenkonto für die
Stiftskirche in den noch verbleibenden Wochen die maximale Förderhöhe von 40 000
Euro erreichen könnte.
Zu Gunsten des Gotteshauses gibt es noch weitere Projekte. So wies Büsing auf
den Vortrag von Christian Ulshöfer über die Stiftskirche als Lebensraum für
Mauersegler am heutigen Donnerstag um 20 Uhr im Stiftshof hin. Außerdem soll im
September ein Benefizkonzert stattfinden. Dr. Peter Rückert werde im März über
die Stiftskirche im Mittelalter referieren.
Bereits am 21. und 22. Juli wollen die Frauenkreise einen Flohmarkt auf den
Stufen der Kirche veranstalten. An diesen beiden Tagen soll auch wieder das
Gotteshaus geöffnet sein, damit sich alle Bürgerinnen und Bürger ein Bild von
den Arbeiten machen können. Außerdem sind verschiedene Führungen vorgesehen.
Bereits jetzt kann man sich im Grafschaftsmuseum in der kleinen
Kabinettausstellung über die "Stiftskirche in historischen Ansichten"
informieren.
Voll des Lobes war Büsing über die gute Zusammenarbeit mit der katholischen
Gemeinde St. Venantius, deren Gastfreundschaft man in der Stadtkirche auch
weiterhin genießen dürfe. Besonders gefreut habe ihn, als die Kollekte des
ökumenischen Gottesdienstes am Himmelfahrtstag für die Sanierung der
Stiftskirche zur Verfügung gestellt wurde. Su
Die Stiftung KIBA hat für die Stiftskirche bei der Evangelischen
Kreditgenossenschaft Kassel (Bankleitzahl: 520 604 10) unter der Nummer 100 055
550 ein Spendenkonto eingerichtet. Einzahlungen müssen mit dem Kennwort
"Wertheim" versehen werden.
© Fränkische
Nachrichten - 10.04.2006
Edle Tropfen für die Stiftskirche verkauft
Wertheim. Der erst am Donnerstag gegründete Förderverein Stiftskirche
startete bereits während des Wertheimer Ostermarktes Verkaufsaktionen zugunsten
der Sanierung und Renovierung der Stiftskirche.
So hatten die Vereinsmitglieder am Wochenende vor dem Portal der Stadtkirche
einen Flohmarkt aufgebaut, Waffeln und Kaffee angeboten sowie im nicht
eingerüsteten Bereich des Kirchenschiffes Bücher verkauft. Eine außergewöhnliche
Idee setzten Ludwig Dreikorn sowie Albrecht und Ulla Krimmer in die Tat
um. Sie hatten im Stiftskirchenhof nicht weniger als 80 Weinraritäten im
Angebot, die sich bei einer Preisspanne zwischen zehn und 35 Euro auch gut
absetzen ließen. Die Jahrgänge dieser besonders guten Tropfen erstreckten sich
dabei vom 1950er Herxheimer Honigsack bis zum 2001er Würzburger Pfaffenberg. Als
Besonderheiten waren auf der langen Liste der Kostbarkeiten beispielsweise aus
Franken ein Randersackerer Pfülben, Riesling Auslese, des Jahrgangs 1997 sowie
aus der Pfalz ein 1995er Forster Schnepfenflug, Ruländer Auslese mit
Goldmedaille, zu finden. Eine ursprünglich vorgesehen Weinversteigerung ließ
sich nicht realisieren, da es am entsprechenden Publikumszustrom fehlte,
erklärte Dreikorn. Dennoch konnte auch Dekan Hayo Büsing bestätigen, dass
die Veranstalter mit dem finanziellen Ergebnis ihrer Aktion zufrieden sein
konnten. alsi
© Fränkische Nachrichten - 08.04.2006
Förderverein ist auf den Weg gebracht
Die Renovierung und Sanierung der Stiftskirche soll finanziell und ideell
unterstützt werden
Wertheim. Die Finanzierung der Sanierung und Renovierung der Stiftskirche geht
ins Geld. Die kirchliche Arbeit an dem Gotteshaus in der Wertheimer Altstadt
ideell und finanziell zu unterstützen, hat sich der Förderverein Stiftskirche
zum Ziel gesetzt.
Dieser wurde am Donnerstagabend im Stiftshof gegründet. Dekan Hayo Büsing sagte,
er freue sich ungemein über die große Resonanz. 37 Gründungsmitglieder traten an
diesem Abend dem Verein bei. Büsing teilte mit, dass bereits mehr als 20
Beitrittserklärungen von Personen, die an der Gründungsversammlung nicht
teilnehmen konnten, eingegangen seien.
Der Dekan erläuterte die derzeitigen und anstehenden Arbeiten in
der Stiftskirche (wir berichteten ausführlich), und warum ein Förderverein ins
Leben gerufen wer
de. Die Kirchengemeinde allein sei überfordert mit dem großen
Projekt. Er freue sich auf Unterstützung aus der gesamten Gemeinde und darüber
hinaus. Büsing: "Die Stiftskirche ist ein Symbol-Bauwerk, in dem viele Fäden
zusammenlaufen, in der Geschichte aber auch in der Gegenwart." Man wolle das
Bauwerk für kommende Generationen erhalten.
Diether Edel berichtete, dass sich seit einem halben Jahr ein kleiner Kreis von
fünf Personen darum gekümmert habe, etwas ins Leben zu rufen, was das
monumentale Bauwerk erhält. Auch er freute sich, dass so viele ihre Solidarität
zeigten. Der Jurist trug Eckpunkte der bereits ausgearbeiteten Satzung vor, die
im Vorfeld von mehreren Personen geprüft worden sei.
Die Satzung sei in zweierlei Hinsicht bedeutend, betonte Edel. Erstens solle
damit die Gemeinnützigkeit herbeigeführt werden, zweitens sei sie eine
Zusammenfassung der Regeln für den Fall, dass etwas nicht funktioniere. Der Name
des Vereins sei "Förderverein Stiftskirche". Ein "griffiger Ausdruck", meinte
Edel. Außerdem könnten sowohl natürliche als auch juristische Personen Mitglied
werden. Das ermögliche beispielsweise Firmen, dem Verein beizutreten. Auch die
Stadt Wertheim trage sich mit diesem Gedanken, verriet er.
Der Mindestbeitrag für Mitglieder sei mit zwölf Euro für natürliche und 50 Euro
für juristische Personen vorgesehen. Wie Edel betonte, sei letztlich nicht der
Beitrag entscheidend, sondern die Bereitschaft der Mitglieder, den Verein selbst
zu fördern, also Spenden zu akquirieren oder an Maßnahmen teilzunehmen. Der
Vorstand bestehe aus fünf Personen: Vier davon würden in der
Mitgliederversammlung gewählt und eine Person kraft Amtes vom Kirchengemeinderat
entsandt.
Die Mitgliederversammlung solle mindestens alle zwei Jahre zusammenkommen.
Dieser Zeitraum erschien einigen Anwesenden als zu lang, da sich gerade am
Anfang in einem Förderverein viel tue. Hayo Büsing sagte dazu, dass man frei
sei, sich öfter zu treffen, auch wenn die Mitgliederversammlung nur alle zwei
Jahre stattfinden müsse. Außerdem wurde angemerkt, dass bei der
Mitgliederversammlung die Regularien im Vordergrund stehen,
Informationsveranstaltungen dagegen öfter nötig seien. Schließlich wurde per
Abstimmung beschlossen, den Zeitraum bei zwei Jahren zu belassen.
Gefragt wurde auch, ob man den Stiftungszweck nicht auf weitere kirchliche
Bauwerke der evangelischen Kirche in der Gemeinde ausweiten solle. Der Dekan
antwortete, die Stiftskirche sei ein "Kristallisationspunkt" und "salopp"
formuliert "ein Fass ohne Boden" und damit Aufgabe genug für einen Verein.
Auf die Frage, wie die Kosten für die bereits laufende Sanierung der
Stiftskirche finanziert werden, meinte Büsing, die Stiftskichengemeinde sei zu
100 Prozent baupflichtig. Das Geld für die Sanierung sei bereits finanziert und
zwar zu 40 Prozent aus Eigenmitteln der Gemeinde, zu 40 Prozent über die
Landeskirche als Darlehen und zu 20 Prozent als Zuschuss der Landeskirche. Auf
die Frage, warum keine Mittel aus der Altstadtsanierung zur Verfügung stünden,
erklärte Edel, die Kirche habe ein eigenes Steuerrecht. Daher gebe es nicht
gleichzeitig noch staatliche Mittel.
Nach der Abstimmung über die Satzung, die angenommen wurde, trugen sich die
Gründungsmitglieder in eine Liste ein. Dann ging es an die Wahl des Vorstandes.
Vorgeschlagen waren aus dem Arbeitskreis, der die Gründung vorbereitet hatte,
Hans-Otto Dewes als Vorsitzender, Albrecht Krimmer als sein Stellvertreter,
Helmut Arnold als Rechnungsführer und Ingrid Röttinger als Schriftführerin. In
geheimer Abstimmung wurden alle Kandidaten gewählt. "Wir haben einen prima
Vorstand für diesen Förderverein", merkte Edel an.
Unter der Leitung von Hans-Otto Dewes wurden als Kassenprüfer Thomas Mühleck und
Horst Grandke gewählt. Kraft Amtes ist der stellvertretende Vorsitzende des
Kirchengemeinderates, Konstantin Lantzsch, Mitglied des Vorstands. Dekan Büsing
wird dem Gremium beratend zur Seite stehen.
Dem Förderverein gehörten nicht nur Gemeindemitglieder, sondern auch Menschen
anderer Konfession und aus anderen Orten an, sagte Dewes. Jetzt dürfe man sich
nach der Gründung des Vereins nicht zurücklehnen, sondern müsse über Projekte
reden, um das Ziel zu erreichen. Man wolle drei Gruppen ansprechen: Die
Mitglieder dieser und der anderer Pfarrgemeinden, Wertheimer Bürger, Firmen und
Vereine sowie Touristen. Deshalb sei bereits einiges angedacht, die Liste der
Ideen sei jedoch keinesfalls vollständig.
Unter anderem sagte Dewes, man wolle einen Flyer entwickeln, der professioneller
gestaltet sei als der bisherige. Außerdem soll das Informationsblatt an alle
Wertheimer Haushalte verteilt sowie in Hotels ausgelegt werden. Die Stiftskirche
dreidimensional in einem Glaswürfel gebe es bereits am Samstag auf dem
Ostermarkt zu kaufen. Angedacht ist auch ein Souvenir-Stand in der Stiftskirche.
Ebenfalls vorgesehen sind Konzerte und Vorträge in dem Gotteshaus. Man habe sich
viel vorgenommen, so Dewes. Die Stiftskirche sei nicht nur ein sakraler Bau,
sondern auch ein Kleinod der Stadt. Er hoffe, dass das Interesse der Bürger und
der Verwaltung am Erhalt der Stiftskirche, wachse.
Angesprochen wurde, dass die Kirche für Touristen kostenlos zu besichtigen ist.
Dekan Büsing erklärte, man wolle keine Eintrittskarten verkaufen, aber
vielleicht einen kleinen Aufschlag auf den Preis bei Gruppenführungen erheben.
Dazu habe es bereits erste Gespräche mit der Fremdenverkehrsgesellschaft
gegeben. Der Dekan verwies außerdem darauf, dass unter anderem schöne alte
Stühle, die man auf dem Dachboden gefunden habe, zum Kauf angeboten werden
sollen. Hans-Otto Dewes sagte, dass sich nun nicht nur der Vorstand, sondern
alle Mitglieder für den Zweck des Vereins engagieren sollen. Er bat abschließend
um weitere Ideen und Hilfe bei der Ausführung. Zum Schluss sagte Ellen Heibach
im Namen der Kirchengemeinde, die Sanierung und Renovierung der Stiftskirche sei
ein weitreichendes und spannendes Unternehmen. "Wir brauchen sehr viel Hilfe."
Die Gründungsversammlung sei ein "ermutigendes Erlebnis" gewesen. ak
© Fränkische Nachrichten - 28.03.2006
Stiftskirche wird "Korsett angezogen"
Verpresste Bohranker werden Anfang April gespannt / Naturschutz bei Arbeiten
berücksichtigt
Wertheim. An der Reparatur und Erhaltung der Wertheimer Stiftskirche wird
seit Herbst vergangenen Jahres kräftig gearbeitet. Das ist von außen vor allem
am Gerüst zu erkennen und an den am Bauzaun angebrachten Schildern, die auf die
Sanierung ebenso hinweisen wie auf die Möglichkeit, nun die nur wenige Schritte
entfernte Marienkapelle als Ort des Stillen Gebets und der Andacht zu nutzen.
Auch zu hören sind die Aktivitäten der Baufirmen: Jetzt ist es aber nicht mehr
das laute Dröhnen der Bohrmaschinen, die sich wochenlang in Längsrichtung durch
die dicken Sandsteinmauern fraßen, sondern das eher dezente Summen des großen
Heizaggregats neben dem Haupteingang, das im Innenraum für eine Temperierung von
mindestens fünf Grad Celsius sorgt, damit die Putzmaterialien abbinden können.
Dass die Außentemperaturen endlich gestiegen sind, darüber freut sich Michael
Bannwarth vom Planungsbüro Bannwarth und Ludwig zusammen mit dem Hausherrn der
Stiftskirchengemeinde, damit die Arbeiten weiterhin im vorgesehenen Zeitrahmen
Zug um Zug abgeschlossen werden können. Mit dem Abbau des Gerüsts ab dem
kommenden Donnerstag wird ein weithin sichtbares Zeichen der Sanierungsarbeiten
wegfallen, denn die Zimmererarbeiten im Dachstuhl sind - genau rechtzeitig zur
Wiederkehr der Fledermauskolonie aus dem Winterschlaf - seit ein paar Tagen
abgeschlossen.
Der Naturschutz bestimmte von Anfang an den Zeitplan, der bis jetzt trotz des
kalten und langen Winters eingehalten werden konnte. Auch an die ebenso
geschützten Mauersegler, die jedes Jahr zur Sommerserenade ihren unüberhörbaren
zwitschernden Beitrag leisten, wurde bei der Dachstuhlsanierung gedacht: Die
Stellbretter zwischen den Dachsparren wurden extra mit Löchern versehen, damit
die gefiederten Musikanten ihre Wohnstatt wieder beziehen können.
Der Dachboden wurde nicht nur vollständig mit neue
n
Fichtenholzbrettern belegt, auch ein "Fledermauskot-Reinigungsgang" wurde
angelegt. Die unangenehme, früher auch nicht ungefährliche Reinigungsarbeit des
Kirchendieners wird so deutlich erleichtert, und die Holzteile des Dachstuhls
werden besser vor dem aggressiven Kot der etwa 150 dort lebenden nachtaktiven
Tiere geschützt.
Alle Holzarbeiten seien in hervorragender handwerklicher Qualität ausgeführt
worden, so Architekt Michael Bannwarth. Für den Austausch defekter Teile sei die
ursprünglich verwendete Holzart eingesetzt worden, teils Nadelhölzer, aber auch
Eiche. Die Mitarbeiter der beteiligten Firmen hätten nicht nur ihre Arbeit
erledigt, sondern immer mitgedacht und durch ihre Verbesserungsvorschläge auch
Einsparungen ermöglicht, die wiederum mitgeholfen haben, trotz der größeren
Schäden immer noch im Kostenrahmen zu bleiben.
Ein solcher Teilbereich, der erheblich höhere Kosten verursacht habe, als
geplant war, seien die vielen Risse an den Innenwänden des Mittelschiffs. Diese
Risse könne man nicht nur verschließen, sondern man müsse die gesamte Innenwand
zusätzlich mit einem dünnen, durchgehenden Oberputz versehen. Durch die
Verwendung von Materialien, die in ihrer Konsistenz dem bestehenden Putz
angeglichen werden müssen, beuge man einer erneuten Rissbildung vor und erreiche
ein ausgeglichenes optisches Gesamtbild.
Dem Ältestenrat der Stiftskirche falle Anfang April die Aufgabe zu, im
Einvernehmen mit dem Landesdenkmalamt, aus zwei oder drei Vorschlägen die
zukünftige Farbe für den Innenraum des Gotteshauses auszusuchen. Die bisherigen
Farben der Stiftskirche ließen sich gemäß der Untersuchungsbefunde in
Teilbereichen bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Solange das Gerüst im
Innenraum der Kirche noch stehe, wolle man alle Arbeiten erledigen, die man
nicht vom Boden aus machen könne. Diese seien für einen zweiten Bauabschnitt
vorgesehen.
Die zentrale Sanierungsarbeit und eigentliche Hauptmaßnahme des gesamten
Projekts sei, so Bannwarth, für Anfang April geplant: Die in die Bohrlöcher
eingelegten und bereits verpressten Bohranker würden mit einer Kraft von 40 bis
80 Kilonewton (entspricht vier bis acht Tonnen) gespannt, der Kirche also das
"Korsett" buchstäblich "angezogen" und damit das gesamte Gebäude stabilisiert.
Alle weiteren Arbeiten der nächsten Wochen und Monate beträfen den Innenraum der
Stiftskirche.
Die bis dahin wieder eingezogenen Bewohner des Dachgeschosses werden, außer dem
jetzt frischen Holzgeruch und dem neu hinzugekommenen
"Fledermauskot-Reinigungsgang" sicherlich nichts von dem aufwändigen Projekt
mitbekommen und im Gebälk der Stiftskirche weiterhin gewohnten Schutz und
Geborgenheit finden. Rl
©
Fränkische Nachrichten - 23.03.2006
Ein
Förderverein für die Stiftskirche
Gründungsversammlung am Donnerstag, 6. April / Unterstützung durch breite Basis
Von unserem Redaktionsmitglied Anja Kohr
Wertheim. Wie ein Wächter thront der Turm der Stiftskirche über dem Wertheimer
Marktplatz und der Altstadt. Doch so massiv das alte Bauwerk nach außen auch
scheint, die Zeit ist nicht spurlos an ihm vorüber gegangen. Seit Oktober wird
die große Kirche nun saniert (wir berichteten). Anlass sind tiefe Risse, die
teilweise unter dicken Putzschichten verdeckt im Mauerwerk verlaufen Diese
statisch bedenklichen Schäden sind durch Veränderungen im Baugrund im Verlauf
der Jahrhunderte entstanden. Zum anderen ist das Gebälk des historischen
Dachstuhles an einigen tragenden Stellen morsch oder überlastet, sodass es
dringend ausgebessert und verstärkt werden muss. Das ist eine immense
Herausforderung - auch in puncto Finanzierung. "Doch Jammern nützt nichts", weiß
Dekan Hayo Büsing. Deshalb soll für die Wertheimer Stadtkirche am Donnerstag, 6.
April, um 20 Uhr im Stiftshof ein Förderverein gegründet werden, in dem
jedermann seinen Beitrag zum Erhalt des Gotteshauses leisten kann.
Die Sanierung geht ins Geld: Die Kostenschätzung von ursprünglich 360 000 Euro
wurde auf 600 000 Euro nach oben korrigiert. Mittel aus dem
Altstadtsanierungsprogramm stehen für kirchliche Gebäude nicht zur Verfügung. So
kamen Anträge an die Stiftung Denkmalschutz für 2006 zu spät, als klar war, dass
über das Sanierungsprogramm kein Geld zu erwarten war. D
ankbar
ist Büsing für die Unterstützung durch die badische Landeskirche, die mit
Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen helfe. Dennoch müsse die Kirchengemeinde
40 Prozent der Gesamtkosten selbst aufbringen.
Nach dem Abschluss der Sanierung, voraussichtlich Ende Mai/Anfang Juni, soll
dann möglichst bald im nächsten Jahr der zweite Schritt, die Innenrenovierung,
hinzukommen. Sie wird die Gesamtkosten schätzungsweise mehr als verdoppeln. Zu
ihrer Finanzierung können dann wieder Anträge an verschiedene Stellen
eingereicht werden.
Trotzdem bleibt die Finanzierung "eine sehr, sehr große Aufgabe, die die
Kirchengemeinde Wertheim und die Pfarrgemeinde der Stiftskirche alleine nicht
lösen kann." So habe man sich mit Blick auf die Bedeutung der Stiftskirche in
der Stadt und über die Stadt hinaus sowie ihrer alten Geschichte dazu
entschlossen, einen Förderverein zu gründen.
Neben den Gemeindemitgliedern sollen auch Menschen mit einbezogen werden, denen
das Gotteshaus wichtig ist: ehemalige Wertheimer, interessierte Touristen,
Menschen anderer Konfession aber auch Leute, die sich von der Kirche entfernt
haben, sind eingeladen, sich zu engagieren. So soll eine breite Basis für den
Erhalt des Gebäudes gebildet werden.
Zur Vorbereitung habe sich "ein kleiner Initiativkreis" Gedanken zu einem
Förderverein gemacht, sagt Büsing. Es handle sich nicht um eine kurzfristige
Spendenaktion. Denn bei einem historischen Bauwerk wie der Stiftskirche "gibt es
immer was zu tun". Der Mitgliedsbeitrag sei mit zwölf Euro im Jahr bewusst
relativ niedrig gehalten, damit Interessierte "nicht allein vom Geldbeutel her
entscheiden" müssen, ob sie dem Förderverein beitreten. Wer mehr geben möchte,
kann über den Beitrag hinaus spenden. Wichtig sei auch die ideelle Unterstützung
für die Gemeinde.
Geplant sind Aktionen des Fördervereins. So könnten zum Beispiel Bohrkerne von
Arbeiten am Mauerwerk des Gotteshauses zu Briefbeschwerern oder Kerzenständern
verarbeitet und verkauft werden. Als Idee nannte der Dekan außerdem, jährlich
eine Führung oder ein Konzert speziell für die Fördervereinsmitglieder in der
Stiftskirche anzubieten.
Rückhalt bekommt der Verein von prominenter Seite: Oberbürgermeister Stefan
Mikulicz und Alt-Oberbürgermeister Stefan Gläser sowie der ehemalige Landrat
Georg Denzer und Fürst Alfred Ernst zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg haben
ihre Unterstützung zugesagt. Der amtierende Landrat Reinhard Frank kommt am 31.
März, um sich vor Ort ein genaueres Bild zu machen. Auf die Unterstützung der
Kommune angesprochen, sagt der Dekan: "Wir spüren das Wohlwollen der Stadt."
Vielleicht gebe es Teilbereiche, die nicht primär kirchliche Dinge sind, sich
aber mit dem Gebäude verbinden, bei denen sich die Stadt in der Lage sehe, sich
an den Kosten zu beteiligen.
Die Stiftskirche sei nicht nur eine Kirche, sondern ein kirchen- und
kulturhistorisches Denkmal, das allen miteinander anvertraut sei, es pfleglich
zu behandeln und zu erhalten. Man wolle die bisherige Praxis als "offenes Haus"
beibehalten, "das ist ja auch mit enormem weiteren Aufwand verbunden",
informiert Büsing. Eine Stadtführung ohne Stiftskirche sei in vielerlei Hinsicht
nur die halbe Miete. Anhand der Epitaphien könne man beispielsweise die
Stadtgeschichte nacherzählen. Zu überlegen sei, ob in angemessener Weise der
Tourismus an der Unterhaltung der Stiftskirche beteiligt werden könne. Dabei
denke man nicht daran, Eintrittskarten zu verkaufen. Er könne sich aber einen
kleinen Aufschlag auf die Gebühr bei Gruppenführungen vorstellen, erklärt der
Dekan. Das sei bisher zum Nulltarif gewesen.
Eine weitere Aktion zugunsten der Stiftskirche ist im April geplant: Menschen
mit einem ganz besonderen Bezug zur Wertheimer Stadtkirche sollen angeschrieben
werden. Denn von der "Stiftung kirchliches Bauen" der Evangelischen Kirche in
Deutschland sei die Wertheimer Gemeinde als eine von 20 deutschlandweit für ein
Bonus-Projekt ausgewählt worden. Die Aktion heiße "aus zwei mach drei". Für
Spenden, die daraufhin eingehen, gebe die Stiftung 50 Prozent hinzu.
Die nächste Möglichkeit, die Arbeiten an der Stiftskirche aus der Nähe zu
betrachten, ist während dem Wertheimer Ostermarkt. Dann wird der untere Bereich
für Besucher geöffnet. Einen Flohmarkt und einen Waffelstand vor der Kirche soll
es ebenfalls geben, so der Dekan, er hoffe auf breite Unterstützung aus der
Bevölkerung. In Planung ist auch, das Modell des Reicholzheimer Bastlers Helmut
Hoffmann (wir berichteten) für den Erhalt des Gebäudes mit einzubeziehen und
einen Glaswürfel mit dem Motiv der Stiftskirche als Souvenir zu verkaufen.
"Jeder versucht so seinen Teil dazu beizutragen und mit Hand anzulegen auf seine
Weise", freut sich der Dekan über das vielfältige Engagement, das dazu beiträgt,
dass die Stiftskirche - frisch saniert und renoviert - weiterhin das Bild der
Wertheimer Altstadt bereichert.
Spenden für die Stiftskirche können auf folgende Konten eingezahlt werden: Konto
3 011 111, bei der Sparkasse Tauberfranken, Bankleitzahl 673 525 65 oder Konto
808 709, bei der Volksbank Main-Tauber, Bankleitzahl 673 900 00.
Das für die nächsten 50 Jahre Notwendige wird nun getan
Gemeinde über Sanierungsarbeiten an Stiftskirche informiert
"Wer informiert ist, dem geht das Herz auf und vielleicht auch der
Geldbeutel", fasste in der Gemeindeversammlung Dekan Hayo Büsing den Fachvortrag des Büros für Baukonstruktionen Karlsruhe zur Situation der Stiftskirche Wertheim zusammen. Rund 50 interessierte Besucher erhielten im
einem eindrucksvollen Vortrag Hintergrundwissen über die vorgesehenen Maßnahmen zur Sanierung des Gotteshauses.
Dr.-Ingenieur Jürgen Haller und Diplom-Ingenieur Eberhard Alscher vom Büro für Baukonstruktionen Karlsruhe erläuterten anhand von Lichtbildern und Konstr
uktionszeichnungen
das aktuelle Vorgehen an einer "ungewöhnlich großen Kirche". Im Mittelpunkt stehen dabei die Reparaturen des Mauerwerks und des Dachs. Wie von den Experten zu erfahren war, ist der Turm am stärksten eingesunken. Er
steht 75 Zentimeter schief, ist aber insgesamt stabil.
Sehr eindrucksvoll ging Eberhard Alscher vor, um das Vorhaben an dem Gebäude darzustellen. "Die Kirche hat einige Schäden", betonte der Experte, insbesondere Setzungen im Turmbereich. Die Hauptverformungen sind
allerdings bereits in früherer Zeit erfolgt. Mittlerweile, so der Referent in seinem lebhaften Vortrag, "hat sich die Kirche an den Baugrund gewöhnt". Jetzt gelte es, das Bauwerk gegen künftige Einflüsse zu
ertüchtigen.
Dazu werden Versteifungen eingebracht, die Kirche wird mit Spannankern in eine neue Statik gesetzt. Um diese Spannanker in die Obergadenwand einzubringen, werden Bohrungen mit einem Durchmesser von 86 Millimetern in
Längsrichtung durch das Mauerwerk getätigt. Darin eingebracht werden Stahlzuganker mit einem Durchmesser von 26 Millimetern. Der verbleibende Raum wird unter anderem aus Korrosionsschutzgründen mit Beton gefüllt.
Anhand von Lichtbildern zeigte der Referent die erprobte Vorgehensweise an anderen historischen Bauwerken.
Neben dem Mauerwerk besteht an der Stiftskirche vor allem im Bereich des spätmittelalterlichen Daches Handlungsbedarf. Dabei ist das Dach über dem Chor anders als das über dem Schiff. Die Sparren sind teilweise durch
Nässe beschädigt. Aber es kann geholfen werden, was, so die Experten, auch unbedingt ratsam ist: "Die Kirche hat ein sehr schönes Dach. Es handelt sich um einen der schönsten gotischen Bauten in Deutschland." Mit
Ehrfurcht vor der alten Konstruktion gelte es jetzt die Standsicherheit des Gebäudes zu erhöhen.
"Risse gehören zu jedem historischen Bauwerk", beruhigten die Fachleute, die spätgotischen Wände seien eigentlich in sehr guter Qualität. "Wir machen jetzt eine sinnvolle Verbesserung," erklärte der Bauingenieur.
"Für die nächsten 50 Jahre ist somit das Notwendige getan."
Wie Dekan Hayo Büsing ausführte, sind 360 000 Euro nur für die Mauerwerk- und Dachstuhlsanierung veranschlagt. 40 Prozent davon muss die Gemeinde aufbringen. Da die Kirche nicht nur für Gottesdienste genutzt wird,
sondern beispielsweise auch für Konzerte und Stadtführungen, hoffe man auf eine breite Unterstützung der Stadt und der Bevölkerung. Angesichts besonderer Umstände sei man darauf auch dringend angewiesen.
Beispielsweise müsse die Maßnahme aus Naturschutzgründen in einer teueren Winterbaustelle ausgeführt werden, weil in den Sommermonaten Fledermäuse in das Kirchendach einziehen. "Wir müssen alle zusammenarbeiten um
das erforderliche Geld zu beschaffen," war der Schlusswort an die Gemeindeversammlung. Hw
Sanierungsbeginn der Stiftskirche am 24. Oktober 2005
Unmittelbar nach dem
Verklingen der „Schöpfung“, des großen Oratoriums von Joseph Haydn, wird wie
geplant am Montag, den 24. Oktober, die dringend notwendige Sanierung des
Mauerwerkes und des gotischen Gebälks im Dachstuhl mit dem Ausräumen der
Stiftskirche und dem Einpacken der Orgel beginnen können.
Herr
Diplomingenieur Alscher aus Karlsruhe wird im Rahmen eines Vortrages am
(Termin wird noch bekannt gegeben) allen Interessierten die vorgesehenen
Maßnahmen zur Behebung der gravierenden Schäden erläutern. Die aufwändigen,
sowohl vom Kirchenbauamt als auch von der Denkmalschutzbehörde befürworteten
Arbeiten sind bestmöglich vom Architekturbüro Bannwarth & Ludwig aufeinander
abgestimmt, damit wir unsere Stiftskirche baldmöglichst wieder werden nutzen
können. Wir setzen alles daran, bis dahin auch aus Kostengründen zumindest
den 1. Abschnitt der Renovierung fertig gestellt zu haben. Dennoch werden
wir uns wohl bis Juni 2006 gedulden müssen.
Ab dem 30. Oktober werden wir daher unsere Gemeindegottesdienste in der
Regel im großen Saal des Stiftshofes feiern. Für absehbar größere
Gottesdienste wie am Heilig. Abend werden wir dankbar von der ange-botenen
Gastfreundschaft unserer katholischen Schwestergemeinde St. Venantius nach
Absprache Gebrauch machen. Für kleinere Konzerte und Andachten steht uns
darüber hinaus die Marienkapelle zur Verfügung.
Der Ältestenkreis geht davon
aus, dass die verschiedenen Aktivitäten unseres Gemeindelebens im Stiftshof
weitgehend ungestört weitergehen können und bittet vorsorglich alle
Beteiligten um Verständnis für kleinere Einschränkungen. So ist aus
Sicherheitsgründen eine weiträumige Absperrung um die Stiftskirche
notwendig, die den einen oder anderen Umweg mit sich bringen wird, wovon
auch die Anlieger der Stiftskirche und insbesondere der Schulgasse betroffen
sein werden.
Die notwendigen Sanierungs-
und Renovierungsmaßnahmen an der Stiftskirche sind aber gerade auch in
finanzieller Hinsicht eine sehr große Herausforderung für die
Gesamtkirchengemeinde Wertheim als der baupflichtigen Eigentümerin der
Stiftskirche. Im Herzen der Altstadt gelegen hat die Stiftskirche über viele
Generationen für alle Wertheimer eine große Bedeutung und hohe Symbolkraft.
Deshalb konnte der
Kirchengemeinderat im Vertrauen auf eine breite Unterstützung und die
Spendenbereitschaft aus der Gemeinde und der gesamten Bevölkerung diesem
Projekt zustimmen. Gemeinde lebt vom Mitmachen. Lassen Sie sich dafür
begeistern, dass die Stiftskirche auch in Zukunft als offenes und
einladendes Gotteshaus im Zentrum unserer Stadt erhalten bleibt. Für Ideen
und Rückfragen dürfen Sie sich gerne an die Mitglieder des Ältestenkreises
wenden oder auch direkt mit dem Pfarramt in Verbindung setzen. Wir brauchen
ihr Engagement! Hayo Büsing
Von der Burgkapelle zur
Stiftskirche
Anfänge der Wertheimer Kirchengeschichte
mit spektakulären Überraschungen während der Renovierungsarbeiten 2005-2007
Die Glanzbroschüre 32. Seiten liegt in der Stiftskirche und im Dekanat aus und
ist für 3,--
Stiftskirche Wertheim
Glasbaustein zugunsten der Erhaltung der Stiftskirche
- Exklusives Präsent aus der Glasstadt Wertheim
-
Massiver Glasblock
B/H/T: 7 x 6 x 4 cm handpoliert und gelasert mit der
dreidimensionalen Ansicht der Stiftskirche
mit Schmucketui 30,- €
(davon ca. 15,-
€ als Spende)
dazu
passender Beleuchtungssockel mit LED-Lampen und
Transformator 10,- € (davon ca. 5,- € als Spende)
|
Schlüsselanhänger massiv aus Glas mit LED-Beleuchtung gelasert mit der dreidimensionalen Ansicht der Stiftskirche 10,-€ (davon ca. 5,- € als Spende) Verkauf im Dekanat und Glasmuseum Wertheim (Fotos: Rainer Raffel) |