27. BADISCHER LANDESPOSAUNENTAG JULI 2011 - SONDERSEITE

 
 

 

 

 

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© Fränkische Nachrichten -11.07.2011
Landesposaunentag

WERTHEIM.  Kollektengeld geht an zwei Projekte

Beim Landesposaunentag in Wertheim waren die Gäste aus ganz Baden, aus Frankreich und Südafrika und aus dem benachbarten Dekanat Aschaffenburg sowie die Besucher aus der Region sehr spendierfreudig.
Beim Eröffnungskonzert in der Stiftskirche am Freitagabend kamen knapp 2000 Euro zusammen. Beim großen Abschlussgottesdienst an der Main-Tauber- Halle am vergangenen Sonntag betrug die Kollekte mehr als 8000 Euro. Zusammen kann die Badische Posaunenarbeit gut 10 000 Euro an zwei Projekte weiterleiten. 50 Prozent der Spenden bekommt die Initiative „Brass for Peace" im Westjordanland in Palästina. Dort lernen an der lutherischen Schule „Talitha Kumi" über 50 Kinder mit Unterstützung der badischen Posaunenarbeit das Blasen auf einem Blechblasinstrument. Ziel ist neben dem Aufbau eines Schulposaunenchores vor allem die Stärkung der Persönlichkeit, der im Krisengebiet lebenden Kinder. Die andere Hälfte der Kollekte vom Landesposaunentag erhält die Jugendkirche Wertheim für die Anschaffung eines Kleinbusses und für die technische Ausstattung. rw

 

© Fränkische Nachrichten -05.07.2011
Abschlussgottesdienst: Das Motto „Eine feste Burg..wurde von den Posaunenchören in vielfältiger Weise intoniert / Landesbischof lobte besondere Atmosphäre

WERTHEIM. Durch Musik den Glauben verkünden
Rund 3000 Menschen versammelten sich am Sonntagnachmittag zum Abschlussgottesdienst des Landesposaunentages auf dem Verkehrsübungsplatz an der Main-Tauber-Halle. „Ein feste Burg..." - das Motto des dreitägigen Treffens der evangelischen Posaunenchöre aus ganz Baden - stand im Mittelpunkt des zweistündigen Musikgottesdienstes.
Musste man noch am Vormittag bei der musikalischen Morgenandacht an vier Stellen der Stadt mit dem einsetzenden Regen fertig werden, erlebten die rund 1500 Bläserinnen und Bläser und die große Gottesdienstgemeinde aus dem gesamten Kirchenbezirk Wertheim am Nachmittag doch ein annehmbares Wetter.
Zur Begrüßung erklang als Eröffnungsmusik natürlich „Ein feste Burg...", komponiert von Traugott Fünfgeld, gewaltig intoniert vom großen Chor und den Jungbläsern. Letztere hatten im Laufe des Nachmittags immer wieder Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Landesobmann Pfarrer Ma­ximilian Heßlein freute sich über die vielen Besucher, zitierte den Wochenspruch und sagte: „Oh ja, erquickt wurden wir in diesen Tagen in Wertheim. Viele strömten aus ganz Baden und dem benachbarten Bayern hierher und fanden in Jesu Namen ein Fest der Ermutigung und der Gemeinschaft."
Die Bläser bestätigten dies auf ihre Weise durch ein langes, mehrstimmiges Bläserzeichen. Die Predigt zu Martin Luthers Lied „Ein fe­te Burg ist unser Gott" war in vier Sequenzen aufgeteilt: Großer Chor, Auswahlchor und Jungbläser spiel­ten im Wechsel zeitgenössische Begleitsätze, die eigens für diesen Tag komponiert worden waren. In der Liedbetrachtung ging es um das Bild einer Burg, die für Sicherheit und Geborgenheit in Gott stehe.
Ermutigung
„Weil Gott für uns eine feste Burg ist, können wir uns dem Leben und den
Auseinandersetzungen mit der Welt stellen," so Oberkirchenrat Dr. Mat­thias Kreplin. „Von den Antworten, die wir im Glauben gefunden haben, sollten wir in Worten und Taten im Singen und Musizieren verkündigen," ermutigte Landesjugendpfarrer Dr. Thomas Schalla. Über Luthers Gottvertrauen sprach Gisela Kirchberg-Krüger vom Landesarbeitskreis badischer Posaunenar­beit.
Inzwischen war eine Burg aus Kartons neben der Hauptbühne aufgebaut worden. Dort hatten die Teilnehmer des Landesposaunentages im Laufe der Tage ihre Sorgen, Ängste und ihren Dank aufgeschrieben. In den Fürbitten kamen diese Anliegen zur Sprache. Eine Brassband aus Port Elisabeth in Südafrika berei­cherte mit viel Elan das Musikprogramm. Musikalische Grüße überbrachte auch ein Posaunenchor aus St. Hippolyte du Fort in Frankreich. Während des Einsammelns der Kollekte war eine musikalische Bandbreite von einer Mini-Suite über eine Sonata, Marching Samba bis hin zur Gospelmusik zu hören.
Landesbischof Dr. Ulrich Fischer nahm im Rahmen des Gottesdienstes acht neue Posaunenchöre in den Landesverband auf. Hierzu gaben immer wieder die Bläser ihre musikalische Zustimmung. „Sie haben Töne der Hoffnung in die Stadt geblasen," sagte der Bischof in seinem Schlusswort und dankte Gott, der Bläserfamilie, die nach Wertheim gekommen war, der Stadt, den Gastgebern, den beiden Landesposaunenwarten und der Projektgruppe um Bezirkskantor Manfred Lutz.
Gloria zum Abschluss
Fischer freute sich über die Luftaufnahme des Bläser-Logos, das am Mittag mittels eines Hubschraubers entstand und nun schon verteilt werden konnte. „Dieser Landesposaunentag mit seinem abwechs­lungsreichen Programm, der Ge­meinschaft und der besonderen Atmosphäre dieser Stadt, hat mir besonders gut gefallen", sagte der Lan­desbischof. Mit dem stimmungsvollen „Oh when the Saints" und dem erhabenden „Gloria sei dir gesungen" von Johann Sebastian Bach klang der 27. Badische Landesposaunentag in Wertheim aus. Mit dem Bläserzeichen, von vielen hundert golden schimmernden Instrumenten in den Abendhimmel gehoben, verabschiedeten sich die Gäste aus der Main-Tauber-Stadt.    rw

Die am Abschlussgottesdienst beteiligten Posaunenchore
Der große Chor beim Abschlussgottesdienst bestand aus rund 1500 Bläsern aus den badischen Posaunenchören und aus dem benachbarten Dekanat Aschaffenburg, einem Chor aus Mittelfranken und den Gastchören aus Südafrika und Frankreich
Die Jungbläser aus den badischen Posaunenchören hatten einen besonderen Auftritt.
Der kleine Chor bestand aus dem Bläserkreis der Hochschule für Kir­chenmusik in Heidelberg, dem Mittel­badischen Bläserkreis sowie dem Nord- und Südbadischen Blechbläserensemble.
Die Leitung der in Summe riesigen Posaunenchöre hatten die Landesposaunenwarte Heiko Petersen und Armin Schaefer.
Die Kollekte wurde für das Projekt „Brass for Peace" in Palästina und für die Jugendkirche in Wertheim gesammelt, rw

 

© Fränkische Nachrichten -05.07.2011
Morgenandacht: Unter dem Motto "Von allen Seiten umgibst du mich" erklang am Sonntagmorgen Musik von Posaunenchören aus allen vier Himmelrichtungen

WERTHEIM. Über den Dächern knisterte die Anspannung von Macher Armin Schaefer
Ein sicherer Kandidat für den Titel des "Highlights" des Landesposaunentags war die musikalische Morgenandacht am Sonntag. Bei dem Gottesdienst mit dem Titel "Von allen Seiten umgibst Du mich" spielten an die 1000 Bläser, unterteilt in vier Regionalgruppen, auf der Burg, dem Marktplatz, dem Stadtfriedhof und beim Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium wohlgemerkt gleichzeitig. Die Chöre hatten jeweils einen eigenen Dirigenten und Geistlichen aus der Badischen Landeskirche. Die Fäden dieser organisatorisch äußerst anspruchsvollen Veranstaltung liefen bei Landesposaunenwart Armin Schaefer, dem musikalischem Koordinator des Posaunentags, zusammen. Vom Turm der Stiftskirche aus hatte er alle Gruppen im Blick und stand über Funk mit ihnen in Verbindung. In der jüngeren Vergangenheit, so berichtete er, habe er schon ein paar Konzerte nach diesem Konzept geleitet, was aber nichts daran ändere, dass jeder Versuch aufs Neue mit viel Anspannung und Herausforderungen verbunden sei.
Verbindung per Funk
Die ersten Choräle spielten die riesigen Posaunenchöre, selbst in sich kaum aufeinander eingespielt, noch einzeln. Da konnte nicht viel schief gehen. Mit den ersten Tuttis aber wuchs die Anspannung: Würde die Verbindung halten, die Dirigenten wenigstens genau gleichzeitig anfangen? Abgesehen von Schaefers Funkmitteilungen hatten die Chöre keine Möglichkeit zur Synchronisierung, zumal sich das Musikprogramm und die Ansprachen der Pfarrer regelmäßig abwechselten. Die zwei Takte zum Einzählen jeden Stückes waren das einzige, auf das sich die Chorleiter verlassen konnten. Danach war Blindflug angesagt. In der Folge kristallisierten sich in Sachen Tempo unweigerlich etwas energischere und etwas behäbigere Gruppen heraus; mehr als einen Takt waren sie am Ende aber selten auseinander, und selbst der dürfte einem Zuhörer, der keinen so erhöhten und zentralen Aussichtsposten besaß, nicht aufgefallen sein. Mit dem Fortschreiten der Andacht wurden aber auch die Stücke schwerer; zum entspannten Zuhören kam Schaefer nicht. Schicksalsergeben wie ein General, dessen Möglichkeiten, das Geschehen vom Kartentisch aus zu beeinflussen, ständig schrumpfen, und der ab einem gewissen Punkt einfach auf die Fähigkeiten seiner Untergebenen vertrauen muss, schritt er über die Aussichtsplattform: manch demonstrativ gelassenen Scherz auf den Lippen, immer ein Auge auf der Partitur.
"Dank an Wertheim"
Die letzten Stücke, vor allem der hymnische, eigens für den Anlass komponierte "Dank an Wertheim", waren meta-chorisch angelegt: Zum Teil spielten die einzelnen mehrstimmigen Chöre unterschiedliche Melodien oder wechselten sich mit Solopassagen ab. Als besondere Erschwernis kam neben dem einen oder anderen "Bumm-bumm"-Auto hinzu, dass die Kirche St. Venantius zu früh mit dem Glockenläuten anfing. Doch offenbar war es auch den Musikern bewusst, dass das gesamte Prestige der Veranstaltung letztlich an diesem einen Titel hing.
Knisternde Anspannung
Neben dem wunderschönen Choral konnte man in diesen kurzen Minuten auch eine knisternde Anspannung über den Dächern der Altstadt spüren, die sich in einer ordentlichen Leistung niederschlug. "Alles gut gelaufen," mehr Kommentar fand ein spürbar erleichterter Schaefer nach dem Verklingen des letzten Tons nicht. Fast hatte er es eilig, wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen, um sich der nächsten Riesenaktion, dem Luftbild vor der Main-Tauber-Halle, zu widmen. gut

 

© Fränkische Nachrichten -05.07.2011
27. Badischer Landesposaunentag: Am Ende der Großveranstaltung wurde eine positive Bilanz gezogen
Von unserem Mitarbeiter Elmar Kellner

WERTHEIM. "Es hat alles hervorragend geklappt"
An dieses Ereignis wird man sich in Wertheim noch lange erinnern. Mit einem beeindruckenden Schlussgottesdienst auf dem Verkehrsübungsplatz an der Main-Tauber-Halle ging am Sonntagnachmittag der 27. Badische Landesposaunentag zu Ende (siehe weiteren Artikel in dieser Ausgabe), der seit Freitagabend unter dem Motto "Eine feste Burg . . ." die Stadt in seinen Bann gezogen hatte.
Der Schlusstag war zunächst geprägt von der Morgenandacht. "Von allen Seiten umgibst du mich - Lob und Klang über Wertheims Dächern", hieß es, und die Bläserinnen und Bläser setzten diesen Leitgedanken von vier verschiedenen Stellen der Stadt aus um.
Und auch wenn "die güldene Sonne voll Freud und Wonne", so der Titel eines Stückes von Jürgen Pfiester, sich kaum sehen ließ und zum Ende der Andacht sogar leichter Regen einsetzte, der guten Stimmung tat dies keinerlei Abbruch.
Hunderte Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich dann in Richtung Main-Tauber-Halle in Bewegung, um hier auf dem Taubersportplatz das Logo des Posaunentages, "Töne der Hoffnung" nachzubilden.
Dieses wurde vom Hubschrauber aus fotografiert, das Bild konnte am Nachmittag als bleibende Erinnerung mit nach Hause genommen werden (wir berichteten). Rund um die Halle herrschte noch einmal buntes, lebhaftes Treiben. Die einen stärkten sich beim Mittagessen, andere informierten sich an den Ständen von verschiedenen Herstellern von Instrumenten und Zubehör, und vor allem die Jüngeren vergnügten sich beim Spieleprogramm.
In großer Disziplin versammelten sich die, die gefragt waren, zur angegebenen Uhrzeit, um für den Schlussgottesdienst zu proben. Landesposaunenwart Heiko Petersen hatte eine besondere Motivationshilfe für die Musikerinnen und Musiker: Fast alle Komponisten, deren Stücke man anschließend zu Gehör brachte, waren persönlich anwesend. "Also strengt euch an, die kennen ihre Musik und wissen, wie sie klingen soll", spornte Heiko Petersen an. Landesobmann Pfarrer Maximilian Heßlein zog unterdessen ein erstes Fazit. "Wir hätten es mit dem Ort nicht besser treffen können, wir hätten es mit dem Ambiente nicht besser treffen können", zollte er dabei der Gastgeberstadt ein großes Lob. "Das erste Fazit ist deshalb ein rundum zufriedenes", sagte er.
Einen kleinen Schatten in all dem Licht gab es aber doch, allerdings hatten dies die Wertheimer nicht in der Hand. "Ein bisschen zu schaffen macht uns das Wetter", so Heßlein, um dann aber festzustellen, "selbst das schafft es nicht, das Lächeln aus den Gesichtern zu vertreiben". Wo sich die Bläserinnen und Bläser 2015, traditionell an einem Wochenende im Juli, zum 28. Landesposaunentag treffen werden, steht noch nicht fest, informierte Heßlein auf Nachfrage.
Für Landesbischof Dr. Ulrich Fischer war es der sechste Landesposaunentag, den er selbst erlebt hat, und dieser habe ihm besonders gut gefallen, sagte er während des Schlussgottesdienstes. Er würdigte die "wunderbaren Gastgeber" und die "gelungene Organisation". Über einen gelungenen Landesposaunentag freute sich Landesposaunenwart Armin Schaefer. "Es hat alles hervorragend geklappt auch die Morgenandacht und das Luftbild. Beides haben wir so noch nie gemacht." Schaefer schätzte die Zahl der Mitwirkenden und Besucher beim Abschlussgottesdienst auf rund 3000 Menschen. Für den Samstag hatten sich, so der Landesposaunenwart, 1100, für den Sonntag 1500 Teilnehmer angemeldet.
Nach Angaben von Bezirkskantor Manfred Lutz waren insgesamt etwa 140 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Er erinnerte an zahlreiche Sitzungen der Projektgruppe zur Vorbereitung dieses Großereignisses. "Es ist schön zu sehen, wenn alles so funktioniert, wie man es sich ausgedacht hat." Dass die Organisation so reibungslos geklappt habe, liege vor allem auch an den guten Kontakten der Mitglieder der Projektgruppe zu den örtlichen Vereinen. Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt lobte Lutz sehr.
Dekan Hayo Büsing, der die Veranstaltung schon am Vortag einen "kleinen Kirchentag der Musik" genannt hatte, schmunzelte zum Abschluss, "so etwas bräuchten wir alle zwei Jahre".

 

 

© Fränkische Nachrichten -04.07.2011
27. Badischer Landesposaunentag: Veranstaltung dürfte als einer der Höhepunkte in die Chronik der Großen Kreisstadt eingehen

WERTHEIM. Die Stadt mit herrlichem Klang erfüllt
Es war ein bisschen wie ein evangelischer Kirchentag der Musik. Geprägt, vor allem am Samstag, von fröhlichen Menschen, die die Stadt füllten, von den Klängen der Blechbläser, mal laut und kraftvoll, mal aber auch leise und fast filigran. Der 27. Badische Landesposaunentag am Wochenende dürfte als der Höhepunkt in die Wertheimer Chronik nicht nur dieses Jahres eingehen.
Ein bisschen von dieser Stimmung, die von Freitag- bis Sonntagabend die Stadt beherrschte, gab es auch schon zum Auftakt, zu dem sich geladene Gäste an und im Arkadensaal des Rathauses versammelten. Musikalisch wurde der Empfang am Freitagabend vom Wertheimer Bläserkreis unter der Leitung von Bezirkskantor Manfred Lutz geprägt. Und Oberbürgermeister Stefan Mikulicz freute sich auf "ein wunderschönes Wochenende. Wir sind dankbar und stolz, Gastgeber des Badischen Landesposaunentags sein zu dürfen", versicherte er. Mikulicz vergaß nicht, alle zu loben, die an der Vorbereitung beteiligt waren, würdigte die 70 Gastgeber, die private Quartiere zur Verfügung stellten und hoffte, "dass dieser Landesposaunentag unvergesslich bleiben wird". Freude und große Dankbarkeit "sind ganz auf unserer Seite", sagte Maximilian Heßlein, Obmann der Landesarbeit Evangelische Posaunenchöre in Baden. Er unterstrich die "große Gastfreundschaft und Kooperationsbereitschaft", die man in Wertheim in hohem Maße erfahren dürfe. "Wir werden diese Stadt füllen mit Klängen von allen Ecken und Enden", kündigte der Landesobmann an.
Großartige Unterstützung
"Jetzt ist er endlich da, der Landesposaunentag in Baden ganz oben", freute sich Dekan Hayo Büsing. Er erinnerte daran, dass es Bezirkskantor Manfred Lutz war, der vor Jahren in einer Dienstbesprechung erstmals angeregt habe, sich um dieses Großereignis zu bemühen. Büsing dankte für die "großartige Unterstützung gerade auch durch die Stadt" und stellte fest, "schön, dass dies möglich ist, dass das Miteinander in Wertheim so praktiziert wird".
Nach dem Eintrag in das Goldene Buch und einem lockeren Beisammensein gingen die meisten Besucher hinüber zum Eröffnungskonzert in der Stiftskirche, das genau so in Erinnerung bleiben wird, wie am Samstagmittag die große Auftaktveranstaltung auf dem Marktplatz. Von dieser werden die Wertheimerinnen und Wertheimer noch lange erzählen, denn so voll dürften sie das Zentrum ihrer Stadt schon lange nicht mehr erlebt haben.
Annähernd 1000 Musikerinnen und Musiker hatten sich versammelt, musizierten in verschiedenen Besetzungen, mal als kleiner, mal als besonders eindrucksvoller großer Chor, und auch die Jungbläser trugen ihren Teil zu den Wohlfühlklängen bei.
Die Landesposaunenwarte Heiko Petersen und Armin Schaefer vollbrachten staunenswerte Leistungen mit der Leitung dieser Ensembles. Oberbürgermeister Mikulicz, Dekan Büsing, Landesobmann Heßlein und der Leitende Obmann des Evangelischen Posaunendienstes in Deutschland, Bernhard Silaschi wiesen in ihren Grußworten auf die Bedeutung des nur alle vier Jahre stattfindenden Landesposaunentages hin und schürten die Vorfreude auf das, was noch kommen sollte.
Und dann war es soweit, die Ankündigung des Landesobmannes Heßlein mit Leben zu erfüllen: Klänge von allen Ecken und Enden (siehe weitere Berichte in dieser Ausgabe). Aber auch die Information kam nicht zu kurz. Am Mainplatz hatten Musikhäuser, Instrumentenbauer und Musikalienhändler ihre Stände aufgebaut. Es fanden Workshops statt, und im Barocksaal konnte man mit Pfarrer Heßlein und dem katholischen Pfarrer Christof Heimpel an einer Bibelarbeit zum Psalm 46, "Eine feste Burg ist unser Gott" teilnehmen, der dem Landesposaunentag auch das Motto gegeben hat.
Raum der Stille
Wer es etwas ruhiger haben wollte, verweilte in der Marienkapelle, die als "Raum der Stille" ausgewiesen. Und in der Kilianskapelle brachten Dekan Büsig, Stadträtin und Landessynodale Renate Gassert, Oberkirchenrat Stefan Werner, OB Mikulicz, Oberkirchenrat Dr. Matthias Krepplin und der Vorsitzende des Fördervereins Badische Posaunenarbeit, Wilhelm von Ascheraden, im halbstündlichen Wechsel alle 150 Psalmen zu Gehör.
Ganz und gar nicht ruhig, dafür um so fröhlicher ging es auf der Wertheimer Burg zu, die bei fast 250 Kindern und Jugendlichen am Samstagnachmittag in den Mittelpunkt rückte. Hier lieferte die Jugendkirche mit den "Robin Hood Burgspielen" ein Meisterstück ab. An 16 Stationen galt es, Aufgaben zu bewältigen, um in die Bande des bekanntesten Outlaws der Welt aufgenommen werden zu können. Und immer stand dabei die Teamarbeit im Mittelpunkt, denn nur gemeinsam konnte man möglichst viele Punkte sammeln. Noch mehr als das Gewinnen stand aber der Spaß im Zentrum, sei es beim Tauziehen, beim Klettern und Abseilen.
Da ließen es sich auch Landesjugendpfarrer Dr. Thomas Schalla und Bezirksjugendpfarrer Moritz Martiny nicht nehmen, sich, in aller Freundschaft, mit Kissen zu "befehden" und zum allgemeinen Vergnügen beizutragen. Erschöpft aber glücklich, so ließen sich wohl die Empfindungen der allermeisten beschreiben, als man sich am Ende des Nachmittagsprogramms rund um die Stiftskirche traf, um sich für die Abendveranstaltungen und für den nächsten Tag zu stärken, der ja weitere Höhepunkte bringen sollte. ek



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04.07.2011
Eröffnungskonzert: Auftakt des 27. Badischen Landesposaunentags in der Stiftskirche

WERTHEIM. Ganz besonderes Quadrofonie-Erlebnis
Das Eröffnungskonzert des 27. Badischen Landesposaunentages fand am Freitagabend in der Stiftskirche statt. Der Bläserkreis der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg und das Nordbadische Blechbläserensemble wurde von Landesposaunenwart Armin Schaefer dirigiert. Bezirkskantor Manfred Lutz, der zuvor schon beim Empfang als Posaunist aktiv war und Kraft seines Amtes als ein Haupt-Organisator des Großereignisses seit Wochen viel außermusikalische Energie aufwenden musste, brillierte auch an der Orgel mit einer hinreißend gespielten "Dance Suite" von Noel Rawsthorne.
Nur eine einzige Solo-Posaune begann beim "Feierlichen Einzug der Ritter des Johanniterordens" von Richard Strauß mit dem eingängigen, punktierten Zwei-Ton-Motiv, das sich in immer neuen Variationen und sich steigernden Besetzungen ganz allmählich zu einem mächtigen Klang entwickelte. Die 24 Blechbläser wurden durch die volle Registrierung der Orgel, deren Harmonien Max Reger ergänzt hatte, sowie durch die anfangs dezent, aber permanent agierenden Kesselpauken zu einem unglaublich füllenden, majestätischen Klang verstärkt.
Nach der Begrüßung durch den Landesobmann der Evangelischen Posaunenchöre in Baden, Maximilian Heßlein, hatten die Zuhörer Gelegenheit, beim Mottolied des Posaunentags "Ein feste Burg ist unser Gott" kräftig mitzusingen.
Immer wieder mussten die 50 Musiker ihre Positionen, entsprechend der unterschiedlichen Besetzungen, wechseln. Zu den vierchörigen Psalmvertonungen von Giovanni Gabrieli und Heinrich Schütz teilte sich das große Orchester in vier selbstständig vierstimmig spielende Chöre auf, davon zwei im Chorraum und zwei auf der Empore. Der Blickkontakt mit dem Dirigenten war wegen der großen Entfernung voneinander eminent wichtig, jedoch war auch darauf zu achten, das manchmal verzwickte Notenbild nicht aus den Augen zu verlieren. Echostellen und klangliche Kontraste machten die beiden vierchörigen Meisterwerke für die mitten im Geschehen sitzenden Zuhörer zu einem ganz besonderen, hautnah zu genießenden Quadrofonie-Erlebnis.
Die Entscheidung, welches Werk das absolute Highlight des Abends war, war in Anbetracht des nur aus Höhepunkten bestehenden Programms sicherlich nicht einfach zu treffen. Für viele Zuhörer wird es aber der gehaltvolle Eingangschor "Lobe den Herren" von Johann Sebastian Bach gewesen sein, den die Bläser mit der ihnen eigenen besonderen Überzeugungskraft besonders und im wahrsten Sinne des Wortes "glaubwürdig" interpretierten. Die prägnant gespielten Cantus-Firmus-Zeilen wurden durch frisch fließende, filigrane Zwischenspiele verbunden. Als ganz besonderer Hochgenuss erwies sich der zweiteilige Orgelvortrag von Manfred Lutz. "Waltz" und "Line Dance" spielte er gefühlvoll und vor Energie sprühend, mit farbiger Registrierung und mit einem guten Schuss Humor, den der Komponist Noel Rawsthorne, zum Beispiel mit "Old Mc Donald had a farm", bereits in das Werk hineinkomponiert hatte. Für seine großartige Leistung konnte Manfred Lutz einen begeisterten und außergewöhnlich lang anhaltenden Applaus entgegegennehmen. Bläserbearbeitungen der Romantik von Edvard Grieg und Felix Mendelssohn-Bartholdy wurden von den Bläsern wieder mit viel Gefühl und stufenloser dynamischer Bandbreite präsentiert. Als reiner "Posaunenchor", also ohne die engmensurierten Trompeten, faszinierte die Kantate "Landerkennung" von Edvard Grieg durch den weichen und harmonischen Klang der tiefen Instrumente.
Martin Luther habe gesagt: "Wohin du dein Herz hängst, da ist dein Gott". Landesobmann Maximilian Heßlein führte dieses Zitat weiter: "Wie es schlägt und wo es schlägt, haben Sie hören können".
Mit Gebet, Vaterunser und Segen leitete er über zum musikalischen Abschluss: Beim folgenden "Now thank we all our God" von John Rutter zog nicht nur Manfred Lutz an der Orgel, sondern auch Armin Schaefer im Chorraum "alle Register": Gleich fünf Schlagwerker sorgten mit Pauken, Trommeln, Becken und "Tubular Bells" für die Klangkrone auf der ohnehin effektvollen Festmusik.
Auf die drei Strophen des Chorals "Nun danket alle Gott", der Bläser, Orgel und Publikum singend und spielend zusammenführte, folgte lang anhaltender, im Stehen gespendeter Applaus. Zugabe war der herrliche Bachchoral "Gloria sei Dir gesungen", dem zunächst eine wohltuende feierliche Stille folgte, bevor weiterer begeisterter Applaus den Schlusspunkt des Eröffnungskonzerts setzte, das weit mehr als nur ein "Auftakt" des 27. Badischen Landesposaunentags war. Rainer Lange



© Fränkische Nachrichten -04.07.2011
Konzert Hymnus in der Stiftskirche: Die hohe Kunst der Blechbläserkunst von "Genesis" Brass geboten

WERTHEIM. Feierliche und eindringliche Musik
"Guten Abend, Wertheim. Wir suchen ein gutes B-Flügelhorn. Haben Sie eines dabei?" So begrüßte Christian Sprenger, Dirigent des Profi-Ensembles "Genesis-Brass" die Zuhörer am Samstagabend in der voll besetzten Stiftskirche. "Ein Malheur" sei beim Einspielen passiert, deshalb benötige man jetzt ein Leihinstrument. Wenige Minuten später konnte das Konzert beginnen, denn natürlich stand ein Flügelhorn schnell zur Verfügung. "Deshalb spielen wir so gern vor Bläsern", freute sich der Dirigent, "egal, was passiert: man hält zusammen!"
Christian Sprenger moderierte humorvoll und informativ. Mit eigenen Kompositionen und Arrangements nach Melodien von Joachim Neander, Johann Crüger, Martin Luther, Bartholomäus Gesius und Johann Georg Ebeling wolle man Wort und Musik ineinander fließend gestalten und die Botschaft, die in den Chorälen stecke, neu formulieren. So konnte man das Programm tatsächlich fast wie das Inhaltsverzeichnis eines Gesangbuches lesen. "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren", "Tut mir auf die schöne Pforte" und "Auf, auf, mein Herz, mit Freuden" waren Titel der Fantasien, die effektvoll die Stimmung des Chorals wie ein impressionistisches Tongemälde widergaben, aber auch den
Cantus firmus meist sehr deutlich erkennen ließen.
Den Paul-Gerhardt-Text "Sollt ich meinem Gott nicht singen" interpretierten die zehn Blechbläser und ihr Pauker mit kraftvollen Akkorden, die sich mit filigranen Zwischenspielen, manchmal nur von zwei oder drei Solisten gespielt, abwechselten.
Nicht fehlen durfte das Motto-Lied des Posaunentages "Ein feste Burg ist unser Gott" von Martin Luther. Es sei wohl ein kämpferisches Lied mit klarer Linie, doch habe Luther auch unter Zweifeln und Trübsal gelitten. So begann die Choralfantasie dezent-demütig, entwickelte sich dann aber in immer kernigeren Harmonien zu einem kraftvollen und eindeutigen Dur-Klang, der wohl nur von Blechbläsern so unmissverständlich und klar hörbar gemacht werden kann.
Immer wieder ließ Sprenger sein Bläser-Publikum die Choralzeilen mitsingen, so auch bei "Du meine Seele singe", dessen aufsteigendes Dreiklangsmotiv besonders jubelnd die Stimmung im Kirchenschiff widerzugeben schien. Christian Sprenger konstatierte, offensichtlich im Einklang mit den Zuhörern: "Es gibt nichts Lebensbejahenderes als Singen . . . und Blechblasen!" Beim Vorstellen der einzelnen Instrumentalisten lobte er die riesige, sonore Basstuba ebenso wie die hohen Trompeten: "Es muss unten schön brummen, damit's oben schön perlt!" Klanglich vom Feinsten waren stets die reinen Posaunensätze, die zum Beispiel beim Flehen um Frieden im Lutherlied "Verleih uns Frieden gnädiglich" besonders effektvoll mit knatterndem Kanonendonner begannen, um schließlich nach der extrem hoch, wie von ferne einsetzenden Hornstimme in einen beruhigenden, von der Tuba fest fundamentierten, langen, harmonischen Schlussakkord zu münden.
Den Abschluss des Konzertprogramms bildete eine herrliche Bearbeitung des Loblieds "Nun danket alle Gott", in der die allen Bläsern bekannte festliche Oberstimme von Johann Sebastian Bach auf geniale Weise eingearbeitet und verwoben worden war. Trotz der vielen Klangeffekte wurde der eigentliche Choral in erstaunlich ruhigem Tempo zelebriert und wirkte dadurch besonders feierlich und eindringlich.
Dem Choral schloss sich ein fetziges Nachspiel an, das in einem bombastischen Schlussakkord, ähnlich dem Schlussböller beim alljährlichen Feuerwerk auf der Wertheimer Burg, endete. "Tschüs, Wertheim, bis bald mal wieder!" lautete das abschließende Wort von Professor Sprenger.
Als ganz besonderen Dank empfand man, dass das geliehene Flügelhorn bei einer der beiden Zugaben als Soloinstrument eingesetzt war, bevor es an seinen Eigentümer zurückgegeben wurde. Rainer Lange



© Fränkische Nachrichten -04.07.2011
27. Badischer Landesposaunentag: Zahlreiche Konzerte und umfangreiches Programm geboten

WERTHEIM. Ein feierähnlicher Charakter
Für einen echten Wertheimer führte am Samstag kein Weg vorbei an den Veranstaltungen zum 27. Badischen Landesposaunentag. Über 2000 Posaunisten, Trompeter, Tuba- und Hornspieler waren bis zum Samstag meist mit der ganzen Familie angereist und drückten der Stadt ihren eigenen, unübersehbaren Stempel auf.
Den Nachmittag über spielten auf fünf Plätzen der Altstadt für jeweils eine Dreiviertelstunde 15 Chöre, die in allen Dimensionen das gesamte Spektrum der Ensemble-Blechblasmusik abdeckten.
Darbietungen
Zu hören gab es einheimische Gruppen wie den Wertheimer Bläserkreis und die Big Band des Dietrich-Boenhoeffer-Gymnasiums und "exotische" Gäste wie den Posaunenchor "St. Hippolyte du Fort" aus Frankreich und die "Bloemendal Moravian Brass Band" aus Port Elizabeth in Südafrika.
Dirigenten, bei denen jeder spiellustige Laie spontan in den Chor einsteigen durfte, was viele auch taten, und Halbprofis, wie die Bläser des Südbadischen Blechbläserensembles, das Quartett der Nordelbischen Posaunenmission und der Bläserkreis der Heidelberger Hochschule für Kirchenmusik. Zu hören waren Werke vom frühbarocken Bach-Choral über südafrikanische Gospels und experimentellen Jazz bis zur modernen Popballade.
An interessiertem, fachkundigen Publikum mangelte es dabei weder am Pavillon auf dem Mainvorplatz oder dem Neuplatz, wo die Konzerte einen ausgelassenen, feierähnlichen Charakter annahmen, noch in der Stiftskirche oder auf dem Wenzelplatz, wo eher das Besinnliche, die Erhöhung Gottes, in den Brennpunkt rückte.
Als hätten es die Gäste der Großen Kreisstadt mit diesem Programm nicht schon schwer genug gehabt, sich den jeweils besten Aufenthaltsort auszusuchen, kamen noch einige Workshops dazu, die gratis angeboten wurden. Renommierte Vertreter der vier eingangs erwähnten Instrumentengattungen wie Posaunist Matthias Gromer vermittelten richtige Körperhaltung und Ansatz, effiziente Atemtechniken und wertvolle Tricks für das Spiel in der Gruppe.
Komponisten
Auch in der Szene bestens bekannte Komponisten für Blechbläser wie Dieter Wendel luden zur gemeinsamen Arbeit ein. Dabei ging es, so Wendel, weniger darum, in eineinhalb Stunden fertige Notensetzer zu produzieren, sondern vielmehr, die Kommunikationslücken zwischen praktizierenden Musikern und Komponisten zu überbrücken. Für Laien ist Letzterer zu oft ein fremdes, unverstandenes Wesen, das seine Punkte und Striche wohl in reiner Willkür setzen muss. Nun hatten sie die Chance, beim Durchspielen von ausgewählten Werken Wendels die genauen Gedanken und Intentionen, die er bei ihrer Schaffung verfolgte, zu erfahren. gut

 

© Fränkische Nachrichten -04.07.2011
Konzert Brass 5.1: Künstler überzeugten am Samstag in der Main-Tauber-Halle

WERTHEIM. Virtuose Musikdarbietung
Als um das Jahr 2000 die Idee des digitalen Heimkinos auf den Entertainment-Markt und in die deutschen Wohnzimmer drängte, standen die Ziffern "5.1" für luxuriösen Surroundklang, brillianter als die Realität, fein austariert zwischen satten Bässen und ätherischen Höhen, kurz: den Hörgenuss der Zukunft. Wer wie das "Mannheim Brass Quintett" ein Konzert unter diesem techno-magischen Titel veranstaltet, so geschehen am Samstagabend im Rahmen des Landesposaunentags in der Main-Tauber-Halle, rechnet zweifellos damit, dass er bei den Hörern ähnliche Assoziationen und die daraus resultierenden Ansprüche erweckt. Insofern war der Name perfekt gewählt. "Wir wollen Kammermusik für Blechbläser auf hohem Niveau machen, gute Kammermusik," sagt Posaunist Matthias Gromer im Gespräch: "Dafür stehen wir." Solche Aussagen kann er sich erlauben. Wo jüngere Musiker im Programmheft ausschweifen, von welchen Stiftungen sie gefördert werden und an welchen Wettbewerben sie teilgenommen haben, kann Gromer anführen, dass er bei den Bayreuther Festspielen fester Solist ist. Punkt. Ansonsten dient er am Nationaltheater Mannheim.
Das unregelmäßig auftretende Quintett ist für ihn wie seine Kollegen eher ein ehrgeiziges Hobby. Da die klassische Kammermusik in Sachen Blechbläser wenig hergibt, schreibt Gromer für die Profitruppe die unwahrscheinlichsten Orchesterstücke um, zum Beispiel italienische (spät-) Klassik von Puccini, Respighi und Albinoni. Ansonsten bedient man sich an allem, was für das Blechquintett so geschrieben wurde - Hauptsache, es ist anspruchsvoll. "Café 1930", ein Satz aus Astor Piazzollas zeitgenössischer, retro-barocker "Histoire du Tango", ein seltenes Beispiel argentinischen Schwermuts und eine einzigartige Verschmelzung von volkstümlichem Tango Argentino und formentleerter Zwölftonmusik.
Das Konzert "Shadows" vom Isländer skell Msson, eine in Noten gegossene Collage aller der Menschheit bekannten Formen des Wahnsinns; flirrende, chaotische, fast schon abstoßende Avantgarde. "Three Dance Episodes" aus Leonard Bernsteins fast vergessenem Musical "On The Town", beste Unterhaltungsmusik zwischen wildem Swing und schwülstigem Broadway. "Blechbläsersextett Es-Moll op. 30" vom Virtuosen Oskar Böhme, wohl eher geschrieben für seine St. Petersburger Cornettschüler und ihre Gönner denn für ein echtes Publikum.
Aber halt - ein Quintett kann kaum einen Sextettsatz spielen. Was noch fehlt, ist das "1." aus dem "5.1". Beim Toningenieur separiert es den Subwoofer von den eigentlichen Lautsprechern, bei "Mannheim Brass" den Gastmusiker und Trompetenprofessor Reinhold Friedrich, der bei der Hälfte der Titel als Solist antrat und dem Publikum einen Geschmack davon gab, was man mit diesem Instrument, das vor dem Erscheinen von "Satchmo" als Soloinstrument nur eine kümmerliche Rolle spielte, alles machen kann. Und er machte vor allem eins: Mit seiner Geschwindigkeit, insbesondere bei der zur Improvisation einladenden Jazz-Zugabe des Schweizers Daniel Schnyder, überzeugte er jeden Zuhörer.
Sechs virtuose Musiker und ein Programm der Extreme reichten denn auch aus, ein 800 Mann starkes Publikum, von denen mindestens zwei Drittel selbst aktiv am Posaunentag beteiligt waren, restlos zu faszinieren. Gerade der Fakt, dass die meisten seiner Gäste die gleichen Instrumente selbst spielten, machte dem Moderator Gromer sichtlich Freude.
Tagsüber hatte er einige darunter bei Posaunenworkshops unterrichtet, und nun konnte er in dem Wissen, dass das Publikum wirklich über die Materie Bescheid wusste, fröhlich über die Besonderheiten der Titel oder ihrer Komponisten plaudern. Auch der fast geschenkte Eintrittspreis trug zu dem Gefühl bei, dass es sich hier um ein Konzert von Musikern für Musiker handelte, das nicht den Profit, sondern die Pflege der Blasmusik als veritable Gattung innerhalb der höheren Kultur zum Ziel hatte. gut


© Fränkische Nachrichten -04.07.2011
Das Erlebte des Tages ließ man nachklingen

WERTHEIM. Samstagabendausklang
Stimmungsvoll schloss das umfangreiche Programm des Landesposaunentags am Samstagabend im Rathausinnenhof. "Im leisen Klang kann das Erlebte des Tages nachklingen und unsere Gedanken können zur Ruhe kommen," sagte Landesbischof Dr. Ulrich Fischer bei den "Nachtgedanken". In den Mittelpunkt dieses liturgischen Tagesabschlusses stellte der Landesbischof das bekannte Abendlied "Der Mond ist aufgegangen" von Matthias Claudius. In seiner Betrachtung der einzelnen Verse dieses Liedes, das die Besucher kräftig mitsangen, spannte er einen großen Bogen, in den er die Zuhörer mit hinein nahm. Von der faszinierenden Abendstimmung einer Mondnacht zeige das Lied weiter, dass sich hinter dem Vordergründigen viel Unsichtbares verberge, das man nur mit dem Herzen sehen könne. Der Blick auf die Halbheiten und Begrenztheiten des menschlichen Lebens führe zur Selbsterkenntnis und münde hier im Lied in ein Gebet. Im Bewusstsein der Vergänglichkeit dichtete Matthias Claudius "Gott lass dein Heil uns schauen". Der Bogen schließe sich wieder mit der Bitte um die Zeit der Ruhe und um die Sorge für den Nächsten, führte Dr. Ulrich Fischer aus. Der mittelbadische Bläserkreis und das südbadische Bläserensemble unter der Leitung von Landesposaunenwart Heiko Petersen erfreute mit dem "Allegro maestoso e vivace" von Felix Mendelssohn Bartholdy und mit "wenn das Sandmännchen kommt" von Leonhard Paul die Besucher der "Nachtgedanken". Die Bläserinnen und Bläser begleiteten auch die Gemeindelieder "Der lieben Sonne Licht und Pracht", "Der Mond ist aufgegangen" und "Segne und behüte" und setzten hiermit nochmals einen musikalischen Akzent zum Abschluss des Tages. rw/Bild: Weisensee

 

© Fränkische Nachrichten -04.07.2011
27. Landsposaunentag: Das Logo „Töne der Hoffnung" wurde auf dem Taubersportplatz von den Teilnehmern nachgestellt

WERTHEIM. Ein Bild voller fröhlicher Menschen

Mit einem Bild voller fröhlicher Menschen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 27. Badischen Landesposaunentages gestern Vormittag „Töne der Hoffnung" symbolisiert. Hunderte Bläserinnen und Bläser stellten auf dem Taubersportplatz das Logo der Landesposaunenarbeit nach und lieferten damit ein weiteres imposantes Bild einer imposanten Veranstaltung. Beeindruckend war schon der lange Pilgerstrom, der nach der Andacht am Morgen Richtung Main-Tauber-Halle zog. Dort angelangt hieß es erst einmal, die Instrumente abzugeben denn bei der anschließenden „Luftbildaktion" sollte es ja keine „Blechschäden" durch zusammenstoßende Posaunen und Trompeten geben. Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter zum Sportplatz, wo freundliche Helferinnen und Helfer die eintreffenden Massen mit roten und gelben Zetteln - den Farben des Logos - ausstatteten und n die Mitte des Feldes auf ihre Plätze dirigierten. Der teils ausgelassenen Stimmung tat es auch keinen Abbruch, dass es zwischenzeitlich immer wieder einmal leicht regnete.

Bereitwillig folgte man den Anweisungen, auch bis dahin eher Unbeteiligte auf den Rängen ließen sich dazu überreden, auf den Platz zu kommen und zumindest den Rand des Logos zu bilden. Nach knapp einer dreiviertel Stunde kündigten die charakteristischen Geräusche das Nahen des Hubschraubers an, in dem der Fotograf saß, der die ganze Aktion im Bild festhielt. Das wurde dann per Funk zum Boden übermittelt, im Computer bearbeitet, an die Druckerei geschickt, und schließlich sollten Mitwirkende und Besucher des Abschlussgottesdienstes das Foto mit nach Hause nehmen können als bleibende Erinnerung. ek

 

 

© Fränkische Nachrichten -30.06.2011
Landesposaunentag: Bläser aus den Posaunenchören des Kirchenbezirks trafen sich zur Probe

WERTHEIM. Die Vorbereitung geht in die "heiße" Endphase
Blechbläser aus den acht Posaunenchören des Kirchenbezirks Wertheim trafen sich am Dienstag im Stiftshof zu einer gemeinsamen Probe für die Veranstaltungen und Konzerte des 27. Badischen Landesposaunentags, der am Wochenende in Wertheim stattfinden wird.
Landesposaunenwart Armin Schaefer aus Walldorf, der bei diesem Großereignis die musikalische Leitung innehat und die Probe dirigierte, erwartet dazu bis zu 2500 weitere Blechbläser (auch Tuben und Trompeten fallen in den Geltungsbereich des klassischen Posaunenchors)- aus dem gesamten ehemaligen Großherzogtum.
Dass die sich regelmäßig, nämlich alle zwei bis drei Jahre, in solchen Zahlen treffen, ist ein unter Musikschaffenden recht ungewöhnliches Spezifikum. Das hänge, wie Schaefer erklärte, mit der grundsätzlichen Rolle der Blechbläser als Ensemble-Instrumente und der traditionellen, engen Bindung jener Ensembles an die Kirche zusammenhängt. Als echter Teamspieler begrüßte er die musikalischen Vertreter der Gastgeberstadt daher auch mit den starken Worten "bis Sonntag bin ich ein Wertheimer."
Das Repertoire für die Konzerte berührt "die gesamte Bandbreite der Posaunenchorliteratur von Renaissance bis Jazz, ausgenommen Volksmusik," berichtete Schaefer im Vorfeld und hoffte, dass die Musiker die Stücke seit der ersten gemeinsamen Probe im Februar auch geübt haben. Darunter sind auch zwei Titel, die speziell für diesen Landesposaunentag, genau genommen die Morgenandacht am Sonntag mit mehreren, an verschiedenen Plätzen der Altstadt spielenden Chören, komponiert wurden. Die rund 70 Amateur-Musikerinnen und -Musiker zwischen zehn und 80 Jahren schienen den Landesposaunenwart bei der Gemeinschaftsprobe aber nicht zu enttäuschen. Entsprechend dürften sie der Stadt Wertheim und der ganzen Region beim Landesposaunentag alle Ehre machen. gut

 

© Fränkische Nachrichten -25.06.2011
27. Badischer Landesposaunentag: Wertheim ist für das Großereignis vom 1. bis 3. Juli gerüstet
Von unserem Redaktionsmitglied Bernhard Müller

WERTHEIM. Von Musik, Klang und Freude erfüllt
"Das Wetter können wir nicht beeinflussen, ansonsten ist Wertheim für den 27. Badischen Landesposaunentag gerüstet", erklärt Bezirkskantor Manfred Lutz. Neben Armin Schaefer, Landesposaunenwart Nordbaden, der die Federführung für die Großveranstaltung vom 1. bis 3. Juli in der Main-Tauber-Stadt hat, ist Manfred Lutz zusammen mit einem fünfköpfigen Mitarbeiterstab seit über zwei Jahren mit der Vorbereitung dieses besonderen Treffens beschäftigt.
Noch wartet auf die Organisatoren und die über 150 Helferinnen und Helfer aus den Posaunenchören von Wertheim, Nassig, Bettingen, Sachsenhausen, Wenkheim, Tauberbischofsheim und Lauda-Königshofen eine Menge Arbeit. Dennoch merkt man Manfred Lutz die Vorfreude auf dieses Großereignis an, das von der Evangelischen Landeskirche in Baden veranstaltet wird. Es sei fast ein wenig vergleichbar mit einem Kirchentag, so der Bezirkskantor. Denn "beim Landesposaunentag trifft sich die Gemeinde der Bläser, die hier Gemeinschaft erleben können, während sie sonst in den Chören ihr Eigenleben führen". So soll in der Wertheimer Altstadt unter dem Motto "Ein feste Burg" das freudige Ereignis des Landesposaunentags zusammen gefeiert werden.
Dafür investieren die Helfer viel Zeit, Arbeit und ehrenamtliches Engagement, damit sich die etwa 2500 erwarteten Gäste in der Main-Tauber-Stadt wohlfühlen. Derzeit liegen schon über 1800 Anmeldungen von Teilnehmern vor. Weitere werden folgen. Und die müssen untergebracht und versorgt werden.
Projektgruppe
Damit das alles gemeistert werden kann, hat sich bereits vor über Jahren eine Projektgruppe mit Vertretern aus dem Kirchenbezirk gebildet. Dieser gehören neben Lutz Herbert Dosch, Antje Albrecht, Geertje Klein und Fritz Joas an. Diese wiederum scharten zahlreiche Freiwillige um sich, um die vielen Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. So kümmert sich beispielsweise Simone Habiger um die Vergabe der rund 70 Privatquartiere. Hierzu wurden Adressen gesammelt und dann entsprechend verteilt. Sonja Miranda-Martinez wiederum organisiert die Einquartierung von Bläser-Jugendgruppen im Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und in der Grund- und Werkrealschule Wertheim. Dort werden etwa 30 Klassenzimmer freigeräumt und als Nachtquartier eingerichtet. Zudem müssen die Jugendlichen mit Frühstück in den Schulen versorgt werden. Apropos Versorgung: Fleißige Hände sind etwa auch am Samstag für das Abendessen gefragt, das der Kirchenbezirk für die Gäste bereitstellt. Dazu werden Frauen aus Nassig allein rund 1100 belegte Brötchen richten. Außerdem wird Obst in dem Lunchpaket sein, das vollkommen mit Biowaren ausgestattet sein soll. Die Idee dafür stammt von Bio-Bauer Fritz Joas, der nicht nur 2500 Euro zur Verfügung stellt, sondern auch ein Zeichen setzen will für den sorgsamen Umgang mit Nahrungsmitteln, wie Lutz erklärt. Gefordert ist aber auch Muskelkraft, um die zahlreichen Bänke und Tische auf den verschiedenen Plätzen auf- und abzubauen. "Es sind zudem unwahrscheinlich viele Kleinigkeiten zu beachten und zu organisieren, nennt Lutz als ein Beispiel den Blumenschmuck in der Kirche oder am Rednerpult. Andere Helfer werden sich als "Wegweiser" engagieren oder übernehmen Aufgaben als Ordner.
Viel Arbeit zu leisten
Wieder andere betreuen die Instrumentenaufbewahrung, die im Stiftshof und der Main-Tauber-Halle angeboten wird. Zudem muss für die zahlreichen Konzerte, Workshops und sonstigen Programmpunkte, die an diesem Wochenende angeboten werden, das entsprechende Equipment zur Verfügung gestellt werden. "Es ist schon eine ganze Menge Arbeit, die von den Helferinnen und Helfern zu leisten ist", lobt der Bezirkskantor das große Engagement, ohne das ein solches Ereignis wohl auch nicht zu bewerkstelligen wäre. Doch die Mühen dürften vergessen sein, wenn Wertheim an diesem besonderen Wochenende mit Schall und Klang erfüllt sein wird. Etwa bei der musikalischen Morgenandacht am Sonntag, 3. Juli, um 9.30 Uhr. Getrennt an vier Stellen über den Dächern der Main-Tauber-Stadt und doch zusammen, werden rund 2500 Bläserinnen und Bläser den Himmel über Wertheim mit dem Klang spezieller Kompositionen erfüllen und den Tag einläuten. Eine eigene Probe dafür gibt es nicht, aber "es muss einfach klappen", ist sich Manfred Lutz sicher, der an diesem Wochenende auch bei weiteren Konzerten als Mitwirkender oder Dirigent "eingespannt" sein wird.
Mit dem Schlussgottesdienst "Ein feste Burg" auf dem Verkehrsübungsplatz an der Main-Tauber-Halle, an dem sich alle Bläserinnen und Bläser sowie zwei Musikgruppen beteiligen werden, endet der Landesposaunentag, ehe zum Abschluss um 17 Uhr ein Choralblasen stattfindet. Und Manfred Lutz hofft, dass sich sein Wunsch aus seinem Grußwort "Sie sind nach Wertheim gekommen, bringen Sie etwas von Wert heim" für alle Gäste erfüllt.
Weitere Informationen, auch ausführliche Beschreibungen zu den Konzerten sowie das Programmheft gibt es im Internet unter der Adresse www.lpt.posaunenarbeit.de.

Das Programm des Landesposaunentags vom 1. bis 3. Juli in der Main-Tauber-Stadt

Der 27. Badische Landesposaunentag findet von Freitag, 1., bis Sonntag, 3. Juli, unter dem Motto „Ein feste Burg" in der Main-Tauber-Stadt statt. Nachfolgend das Programm.

Freitag, 1. Juli

18.00 Uhr Empfang von Oberbürger­meister Stefan Mikulicz für geladene Gäste;
20.00 Uhr Eröffnungskonzert in der Stiftskirche mit dem Bläserkreis der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg, dem Nordbadischen Blechbläserensemble und Bezirkskantor Manfred Lutz an der Orgel.    
             Leitung: Landesposaunenwart Armin Schaefer. Das Konzert ist öffentlich und der Eintritt ist frei.

Samstag, 2. Juli

10.00 Uhr Massenquartiere öffnen;
12.00 Uhr Eröffnungsveranstaltung auf dem Marktplatz unter Mitwirkung aller bisher angereisten Bläserinnen und Bläser des Landesposaunentags.
13.00 bis 18 Uhr Informationen und Musik: In der gesamten Innenstadt findet man Informationsstände von Verlagen, Instrumentenbauern, Musi­kalienhändlern und vieles mehr.
13.00 Uhr Raum der Stille: In der Marienkapelle kann man dem Trubel entfliehen und Ruhe finden.
13.30 Uhr150 Psalmen - bewegende Lieder der Bibel: In der Kilianskapelle werden von prominenten Personen alle 150 Psalmen der Bibel gelesen. Das Betreten und Verlassen der Kapelle ist jederzeit möglich.
14.00 Uhr Kinder- und Jugendangebote: In der Wertheimer Burg geht für alle Kinder und Jugendlichen die Post ab.
14.00 Uhr bis 15.30 Uhr Ein feste Burg ist unser Gott. Bibelarbeit zu Psalm 46: Im Barocksaal des Rathauses mit dem Landesobmann der evangelischen Posaunenchöre in Baden,
            Pfarrer Maximilian Heßlein, und seinem katholischen Kollegen, Pfarrer Chrisof Heimpel.
14.00 Uhr Konzerte auf verschiedenen Plätzen und in der Stiftskirche.
14.00 Uhr Workshops, erste Runde (bis 15.30 Uhr) in verschiedenen Räumen der Innenstadt Komponisten- und Instrumentalworkshops,
16.00 Uhr Workshops, zweite Runde (bis 17.30 Uhr) in verschiedenen Räumen der Innenstadt: Komponisten- und Instrumentalworkshops.
18.00 Uhr Abendessen rund um die Stiftskirche. Essensmarken sind über die Posaunenarbeit erhältlich.
18.00 Uhr Massen quartiere öffnen (bis 19.30 Uhr).
20.00 Uhr Konzert Hymnus in der Stiftskirche. Es spielt das Blechbläserensemble „Genesis Brass" unter der Leitung von Christian Sprenger (www.genesisbrass.de)  Eintrittskarten sind erhältlich über die Posaunenarbeit
20.00 Uhr Konzert Brass 5.1 in der Main-Tauber-Halle. Reinhold Friedrich und das Blechbläserquintett „Mannheim Brass" (www.reinhold- friedrich. de oder www.mannheim- brass.de)
            Eintrittskarten erhältlich über die Posaunenarbeit.
22.00 Uhr Masenquartiere öffnen.
22.30 Uhr Nachtgedanken im Hof des Rathauses. Die Andacht hält der badische Landesbischof Dr. Ulrich Fischer. Musik: Südbadisches Blechbläserensemble und Mittelbadischer Bläserkreis;
            Leitung: Landesposaunenwart Heiko Petersen.
23.00 Uhr „Hocketse" (bis 0.30 Uhr) rund um die Stiftskirche. Gemütliches Beisammensein im Ambiente der altehrwürdigen Stiftskirche. Um die Bewirtung kümmern sich die Posaunenchöre des Kirchenbezirks Wertheim.

Sonntag, 3. Juli

07.30 Uhr Frühstück in den Massenquartieren.
■ 09.00 Uhr Aufstellung für die Morgenandacht an der Burg, auf dem Krankenhausparkdeck, auf der Wiese beim Friedhof und auf dem Marktplatz.
■ 09.30 Uhr „Von allen Seiten umgibst du mich" - Lob und Klang über Wertheims Dächern: Musikalische Morgenandacht, getrennt an vier Stellen über den Dächern Wertheims und doch zusammen.
            Mit 2500 Bläserinnen und Bläsern wird der Himmel über Wertheim mit Klang erfüllt und der Tag eingeläutet.

11.00 Uhr Luftbildaktion „Töne der Hoffnung XXL": Auf dem Sportplatz bei der Main-Tauber-Halle stellen tausende Menschen das Logo der Posaunenarbeit nach, das dann von einem Helikopter aus fotografiert wird.
            Dieses Foto wird im Schlussgottesdienst an alle 5000 Gottesdienstbesucher und -mitwirkenden kostenlos ausgeteilt.

12.00 Uhr Mittagessen in der und um die Main-Tauber-Halle, Essensmarken sind bei der Posaunenarbeit erhältlich.

13.00 Uhr Jetzt geht's rund: An der Main-Tauber-Halle: Musik, Aktionen, Spieleprogramm, gemütliches Beisammensein.

14.00 Uhr Probe für den Schlussgottesdienst auf dem Verkehrsübungsplatz an der Main- Tauber-Halle.

15.30 Uhr Schlussgottesdienst „Ein feste Burg" auf dem Verkehrs­übungsplatz an der Main-Tauber- Halle mit rund 2500 Bläserinnen und Bläsern der badischen Posaunenchöre und des Bläserbezirks Aschaffenburg.
             Ferner wirken die „Bloemen- dal Moravian Brassband" aus Südafrika und der Posaunenchor „les amBRASSadeurs" aus St. Hippolyte du Fort (Südfrankreich) mit.
             Liturgen: Landesbischof Dr. Ulrich Fischer, Landesobmann Pfarrer Maximilian Heßlein und andere.

17.00 Uhr Choralblasen zum Abschied.

 

 

© Fränkische Nachrichten - 02.03.2011
Landesposaunentag: Rund 5000 Gäste werden am ersten Juliwochenende in die Main-Tauber-Stadt kommen und auf Plätzen und Gassen Musik erklingen lassen

WERTHEIM. Kirchenmusikalische Einsatztruppe vor Ort
Es wird mehr werden als ein Klangteppich, wenn am ersten Juliwochenende der 27. Badische Landesposaunentag in der Main-Tauber-Stadt stattfinden wird. Unter dem Motto "Ein feste Burg. . ." steht das musikalische Treffen, zu dem rund 5000 Besucher erwartet werden. Armin Schaefer, Landesposaunenwart in der Evangelischen Landeskirche Baden, stellte dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung das Programm vor.
Zuvor ging er jedoch auf die Geschichte dieser typisch evangelischen Musikgruppen ein. Sie seien Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Erweckungsbewegung entstanden und hätten sich als große deutsche Laienbewegung etabliert. Bundesweit gäbe es 120 000 Bläserinnen und Bläser in 7000 Posaunenchören, in Baden seien es 5500 in 280 Chören. "Das ist eine mobile kirchenmusikalische Einsatztruppe", so Schaefer.
Zum alle vier Jahre stattfindenden Landesposaunentreffen setzten sich rund 5000 Menschen in Bewegung, führte der Landesposaunenwart aus und stellte zur Ortswahl fest: "Gott und die Welt im Ländle ganz oben, in Wertheim." Trotz des reformatorischen Lutherchorals "Ein feste Burg. . .", der als grundevangelische Hymne gilt, soll der Blick auf die Ökumene geworfen werden. "Wir sind froh, dass die Ökumene in Baden einen hohen Stellenwert hat", hob er hervor.
Bei der Vorstellung des Programms war schnell klar, dass Wertheim an diesem ersten Juliwochenende eine klingende Stadt sein wird. Am Freitag, 1. Juli, steht nach einem Empfang des Oberbürgermeisters das Eröffnungskonzert in der Stiftskirche mit dem Bläserkreis der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg, dem Nordbadischen Blechbläserensemble und Bezirkskantor Manfred Lutz an der Orgel auf dem Programm. Am Samstag dann wird sich die Stadt mit Posaunisten füllen, so dass um Punkt 12 Uhr die offizielle Eröffnung auf dem Marktplatz unter aktiver Mitwirkung der Teilnehmer erschallen wird.
Am Nachmittag werden Psalmen gelesen, die Innenstadt auf Plätzen und in Gassen musikalisch bereichert und Workshops geboten. Kindern und Jugendlichen steht die Wertheimer Burg am ganzen Wochenende kostenfrei bei einem speziell für sie ausgerichteten Programm offen. Am Abend stehen zwei Konzerte ganz unterschiedlicher Richtungen im Terminkalender. "Hymnus" mit der Blechbläsergruppe "Genesis Brass" unter der Leitung von Christian Sprenger und in der Main-Tauber-Halle "Brass 5.1" mit Reinhold Friedrich und dem Blechbläserquintett "Mannheim Brass". Für den Ausklang des Tages sorgt Landesbischof Dr. Ulrich Fischer um 22.30 mit seinen Nachtgedanken im Hof des Rathauses, an die sich ein gemütliches Beisammensein rund um die Stiftskirche anschließt.
Der Sonntag beginnt klangvoll und wird auch den letzten Wertheimern bewusst machen, dass ihre Stadt an diesem Wochenende unter einem musikalischen Stern steht. "Von allen Seiten umgibst du mich - Lob und Klang über Wertheims Dächern" lautet die Überschrift des Spektakels, bei dem 2500 Bläser vom Parkplatz der Rotkreuzklinik, vom Marktplatz, von der Burg und von der Bergfriedhofwiese aus eine spezielle Komposition spielen. Koordiniert wird das Chorquartett vor der Stiftskirche von Armin Schaefer.
Eine Luftbildaktion auf dem Sportplatz zur menschlichen Darstellung des Posaunenlogos "Töne der Hoffnung", viel Musik und der Abschlussgottesdienst runden das Programm ab. Schaefer lobte die Stadtverwaltung für die mustergültige Unterstützung bei der Vorbereitung. Bernd Hartmannsgruber (CDU) erhofft sich vom Landesposaunentag, dass dieser einen Gewinn für Wertheim darstelle. Renate Gassert (SPD) verglich das beeindruckende Programm mit dem Landeskirchengesangstag von 1994. hvb 
Ausführliches Programm des Posaunentages:
http://lpt.posaunenarbeit.de/

 

27. Badischer Landesposaunentag   1. - 3. Juli 2011 in Wertheim:
Unter dem Motto "Ein feste Burg ..." veranstaltet die Evangelische Landeskirche Baden vom 1. bis 3. Juli in Wertheim den 27. Badischen Landesposaunentag. Rund 1.500 Bläserinnen und Bläser werden dabei sein, um die Straßen und Plätze, die Kirche und Hallen mit den Klängen ihrer Instrumente zu erfüllen. - Ausführliche Infos auf der Homepage der Landesposaunenarbeit.
Ein kurzer vorläufiger Programmabriss zur Orientierung:
Freitag, 1. Juli
20:00 Eröffnungskonzert in der Stiftskirche mit dem Bläserkreis der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg, dem Nordbadischen Blechbläserensemble und Bezirkskantor Manfred Lutz an der Orgel. Leitung: Landesposaunenwart Armin Schaefer. - Eintritt frei!
Samstag, 2. Juli
12:00 Eröffnungsveranstaltung auf dem Marktplatz unter Mitwirkung aller bisher angereisten Bläserinnen und Bläser des Landesposaunentages
13:00 Info & Musik (bis 18:00 Uhr)
In der gesamten Innenstadt findet man Info-Stände von Verlagen, Instrumentenbauern, Musikalienhändlern u. v. m.
14:00 Kinder- und Jugendangebot
In der riesigen Burg Wertheim geht für alle Kinder und Jugendlichen die Post ab.
14:00 Ein feste Burg ist unser Gott. Bibelarbeit zu Psalm 46 (bis 15:30 Uhr) im Barocksaal des Rathauses mit dem Landes­obmann der ev. Posaunenchöre in Baden, Pfr. Maximilian Heßlein, und seinem kath. Kollegen, Pfarrer Christof Heimpel
14:00 Konzerte auf verschiedenen Plätzen und in der Stiftskirche
20:00 Konzert „Brass 5.1“in der Main-Tauber-Halle. Reinhold Friedrich und das Blech­bläserquintett „Mannheim Brass“ Eintrittskarten: 10,- €, erhältlich über die Stadt Wertheim
Sonntag, 3. Juli
09:30 Von allen Seiten umgibst du mich – Lob und Klang über Wertheims Dächern Musikalische Morgenandacht, getrennt an vier Stellen über den Dächern Wertheims und doch zusammen. Mit 1500 Bläserinnen und Bläsern wird der Himmel über Wertheim mit Klang erfüllt und der Tag eingeläutet.11:00 Luftbildaktion „Töne der Hoffnung XXL“ - Auf dem Sportplatz bei der Main-Tauber-Halle stellen tausende Menschen das Logo der Posaunenarbeit nach, das dann von einem Helikopter aus fotografiert wird. Dieses Foto wird im Schlussgottesdienst an alle Gottesdienstbesucher und -mitwirkenden kostenlos ausgeteilt.
15:30 Schlussgottesdienst „Ein feste Burg …“auf dem Verkehrsübungsplatz an der Main-Tauber-Halle mit ca. 2500 Bläserinnen und Bläsern der badischen Posaunenchöre. - mit Landesbischof Dr. Ulrich Fischer, Landesobmann Pfr. Maximilian Heßlein u. a.
Die ausführliche Veranstaltungsübersicht gibt es als pdf-download (ca. 750 KB).


 

© Fränkische Nachrichten - 07.02.2011
Erste gemeinsame Probe: Bläser aus dem Kirchenbezirk bereiten sich auf Landesposaunentag im Juli in Wertheim vor

WERTHEIM. Welturaufführung ist ein Höhepunkt
"Das ist nicht einfach, aber ihr macht das sehr gut!" Immer wieder lobte Landesposaunenwart Armin Schaefer (Karlsruhe) die 55 Bläserinnen und Bläser aus dem Kirchenbezirk Wertheim, die am Samstag zur ersten gemeinsamen Bezirksprobe für den Landesposaunentag in den Stiftshof gekommen waren.
Der 27. Badische Landesposaunentag, zu dem am ersten Juli-Wochenende 2500 Trompeten-, Flügelhorn-, Posaunen-, Tenorhorn- und Tubabläser und ebenso viele nicht musizierende Begleitpersonen erwartet werden, steht angesichts der einzigartigen Kulisse der Main-Tauber-Stadt unter dem passenden Motto "Eine feste Burg". Zahlreiche Komponisten schrieben anspruchsvolle Werke speziell für die drei geplanten bläserischen Großveranstaltungen mit Eröffnung, Morgenandacht und Schlussgottesdienst, die in der gesamten Altstadt und an der Main-Tauber-Halle stattfinden werden. So wird unter anderem eine moderne Swing-Version des alten Lutherlieds "Ein feste Burg ist unser Gott" sicherlich aufhorchen lassen.
Ein weiterer der vielen musikalischen Höhepunkte ist gleichzeitig eine besondere Welturaufführung, die noch dazu völlig ohne Generalprobe auskommen muss: Die Choralfanfare "Dank an Wertheim" für vier große Bläserchöre von Jürgen Pfiester (geboren 1955) wird von den Bläserinnen und Bläsern von vier verschiedenen Stellen der Altstadt bei der Morgenandacht am Sonntagvormittag gespielt. Als Dirigenten der vier Chöre fungieren dabei die Landesposaunenwarte und Komponisten Heiko Petersen, Traugott Fünfgeld, Simon Langenbach sowie Bezirkskantor Manfred Lutz. Die Gesamtleitung hat Landesposaunenwart Armin Schaefer, der die Einsätze über Funk vom Turm der Stiftskirche aus geben wird.
Neben der rein musikalischen Vorbereitung organisieren die Bläser des Kirchenbezirks auch Unterkünfte und Verpflegung für die insgesamt erwarteten 5000 Gäste aus ganz Baden.
Das Vorbereitungsteam mit Projektleiter Landesposaunenwart Armin Schaefer hofft vor allem auf gutes Wetter, damit das Open-Air-Projekt seine einzigartige Klangwirkung wie geplant voll entfalten kann. rl